Frohes neues Jahr! Auch der letzte Tag des
Jahres verging wie im Flug und so blieb nicht einmal mehr Zeit für einen
Eintrag. Aufstehen um 7:50 hat erstaunlich gut geklappt, doch leider gab es im
Hostel erst um 9:30 Frühstück, sodass wir noch etwas aufgehalten wurden. Dann
aber ging es los zu den Ruinen, vor deren Eingang wir uns blöderweise eine
Schnorcheltour aufquatschen ließen. Memo an mich selbst: Nichts mehr kaufen, wo
man noch nicht sieht, was man bekommt, und im Zweifel vorher den Wetterbericht
checken.
Immerhin war der Eintritt in die Ruinen mit mexikanischem
Schülerausweis gratis; in der etwa 100 Touristen starken Schlange mussten wir
uns leider trotzdem anstellen. Drinnen war das Bild nicht besser – Touris wohin
wir schauten. Und so könnte ich alle meine Fotos betiteln mit „Touristen vor
Tempel“ oder „Touristen vor Pyramide“. Dennoch sind die Ruinen, vor allem dank
ihrer Lage am türkisblauen Meer, sehr schön anzusehen.
Kaum hatten wir das
Gelände jedoch verlassen und machten uns auf den Weg zum Schnorcheltour-Anbieter,
begannen dunkle Wolken aufzuziehen, und als wir schließlich im Boot saßen, fing
es zu regnen an. Das war ungemütlich, vor allem aber hatte ich Angst um meine
Kamera, die ich mitgenommen hatte, da zur Tour auch ein Fotostopp vor der Ruine
gehörte. Die Bilder wurden den Wetterverhältnissen entsprechend bescheiden. Auch
das Schnorcheln war enttäuschend. Wir mussten immer in der Gruppe bleiben, die
Schwimmweste machte jede elegante Bewegung unmöglich und vom Korallenriff sahen
wir, ja, ein paar Korallen, doch fast keine Fische.
Nachdem wir uns in der
wieder hinter den Wolken hervorgekommenen Sonne trocknen ließen, kehrten wir
zum Hostel zurück, in dem wir zwar schon ausgecheckt, aber unsere Sachen
weiterhin abgestellt hatten. Wir hatten noch eine halbe Stunde Zeit bis Aaron
und Max, zwei weitere deutsche Freiwillige, ankommen würden, um gemeinsam mit
uns eine Silvesterunterkunft zu suchen, und beschlossen, die Zeit sinnvoll mit
Essen zu überbrücken. Wir entschieden uns erneut für selbstgemachte Guacamole.
In Ermangelung von Schüsseln, Tellern oder Ähnlichem kauften wir einen
einzelnen Plastikbecher, in den wir die Zutaten mit dem Taschenmesser
schnippelten.
Als wir schließlich zu viert waren, suchten wir uns ein Taxi, das
uns Richtung Strand bringen sollte, denn dort gebe es laut Reiseführer günstige
„cabañas“, einfache Hütten , die wir als perfekte Unterkunft für ein Silvester
am Strand mieten wollten. Zum Glück hatten wir gleich Erfolg, die „cabañas“
waren also trotz Hochsaison nicht so gefragt und überfüllt wie die Hostels. Wir
waren zwar nicht direkt am Strand, doch 100m waren eine überwindbare Entfernung.
Leider gab es so abgeschieden von der Welt auch keinen Supermarkt, sodass wir
den drei weiteren Freiwilligen, Simon, Marius und Lou, die später am Abend noch
nachkommen würden, eine Sms mit ausführlicher Einkaufsliste schickten, die zu
erfüllen sie leider überforderte. Und so hatten wir zu wenig Bier, Brandy statt
Tequila, nicht einmal Wasser, bastelten Becher aus halbierten Wasserflaschen
und aßen statt leckerer Guacamole labbriges ungetoastetes Toast mit Mayo und
Schinken oder Sardinen aus der Dose. Es gab zwar die eine oder andere
Beschwerde über die Organisation des Abends in Diskrepanz zur ursprünglichen
Vorstellung, doch andererseits fanden wir so ein improvisiertes Silvester doch
auch ganz lustig.
Nach diesem Festmahl gingen wir an den Strand, wo wir ein
Lagerfeuer machten, um daran und unter leider recht bewölktem Sternenhimmel
unser Bier zu trinken. Mit erzählen und singen verbrachten wir die restlichen Stunden
des Jahres, während das neue Jahr in Deutschland schon längst angefangen hatte.
Die Stimmung trübte nur ein Sicherheitsmann, der meinte Lagerfeuer am Strand
seien verboten und wir sollen es doch bitte ausmachen. Die Vermieter der
cabañas hatten uns etwas anderes gesagt. Wohl oder übel mussten wir der
Anordnung folgen, löschten die Flammen und ließen das Feuer langsam ausglühen.
Der Strand war fast leer, nur in einer Bar ging eine Party, die jedoch 20 US-$
Eintritt verlangte. Ihr Grölen verriet uns immerhin, dass das neue Jahr
angebrochen war und es Zeit wurde mit Brandy in selbstgemachten
Flaschen-Plastikbechern anzustoßen.
Mittlerweile waren mehr Menschen am Strand
unterwegs, die, spätestens als die Anarchie Überhand nahm und wir das Feuer,
das nie ganz verglüht war, wieder neu entfachten, von unserem gemütlichen
Plätzchen angelockt wurden. Und so unterhielt ich mich im Laufe der Nacht unter
anderem mit Schweden, US-Amerikanern, einem Argentinier und einer Belgierin. An
dieser Stelle einen Gruß an Denise, die ein Jahr in Argentiniern verbringt.
Argentinisches Spanisch ist ja wirklich… nennen wir es mal gewöhnungsbedürftig.
Denn während ein Mexikaner „Yo me llamo“ (Ich heiße) als „Jo me jamo“
ausspricht, klingt es bei einem Argentinier etwa wie „Scho me schamo“. Meinen
eigentlichen Plan am Strand zu schlafen verwarf ich, als es gegen drei Uhr zu
regnen begann, und beschloss, stattdessen ins Bett zu gehen. Und nach einer für
Neujahr fast noch schlafreichen Nacht sitze ich jetzt hier und dokumentiere.
Könnte das
neue Jahr besser anfangen als mit morgendlichem Schwimmen an einem Traumstrand?
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Am Strand von Tulum |
Wohl kaum, und auch der Rest des Tages war aufregend. Etwa gegen 11:30
verließen wir unsere cabaña und Xenia und ich trennten uns wieder vom Rest der
Gruppe, um nach Cobá weiterzureisen. Die Busfahrt dauerte weniger als eine
Stunde und endete nahezu direkt vor dem Eingang zur archäologischen Stätte.
Unsere schweren Rucksäcke konnten wir am Eingang abgeben, denn unseren Plan,
hier zu übernachten, hatten wir verworfen, um die Reise etwas zu straffen, und
so setzten wir den Weg mit leichtem Gepäck fort. Positiv überrascht waren wir
davon, wie leer es im Vergleich zu Tulum war, und so war es diesmal ein sehr
entspannter Spaziergang über Waldwege, die zu den versteckten Ruinen führten,
die mich, es mag an der Ruhe gelegen haben, die dieser Ort ausstrahlte, viel
mehr beeindruckten als das offen am Meer gelegene Tulum.
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Weg zu den Ruinen von Cobá |
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Eine der Ruinen, genau genommen ein Ballspielplatz, zu erkennen an
dem Ring links, der ein Tor darstellt. Ballspiele waren für die Maya
rituelle Akte, ihr Ausgang deutete Zukunftsereignisse und teilweise
wurden die Verlierer geopfert. |
Besonders
beeindruckend war Nohoch Mul. Diese Pyramide ragte so plötzlich hinter einer
Wegbiegung 42m hoch vor uns auf. Sie ist auch die einzige Pyramide in Cobá die
erklettert werden darf, wenn die Stufen auch recht unvorteilhaft proportioniert
sind. Der steile, anstrengende Aufstieg hat sich jedoch für den Ausblick über
den scheinbar unendlichen Wald allemal gelohnt.
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Nohoch Mul |
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Ausblick von oben |
Nach etwa zwei Stunden Ruinen
besichtigen machten wir uns auf die Suche nach einer Bushaltestelle. Auf dem
Weg dorthin passierten wir einen Stand, an dem Kokosnüsse verkauft wurden,
verweilten um jene erst auszutrinken und dann das Fruchtfleisch auszukratzen,
sowie um erneut zu fragen, wo denn der Bus halte. Wir erfuhren, man könne ihn
eigentlich überall anhalten, wir könnten also ruhig auf dem Mäuerchen warten,
auf dem wir gerade saßen, der nächste würde jedoch erst um 18 Uhr, also in mehr
als einer Stunde kommen. So kauften wir erneut Avocados, Tomaten, Zwiebel und
Tostadas und beschäftigten uns fast die komplette Wartezeit mit dem Zubereiten
und Essen von Guacamole. Ein kleiner Junge kam vorbei, fragte was wir essen
würden und bekam selbstverständlich eine Tostada mit Guacamole angeboten, die
er aß während er sich freudig mit uns unterhielt. Zum Dank teilte er seine
Kokosnuss, mit Limette und Chili zubereitet, mit uns.
Als es schon dunkel war
kam der Bus. Zum Glück hatten wir schon morgens telefonisch eine Unterkunft
gebucht, zu der wir vom Busbahnhof in Valladolid nur noch einmal fünf Minuten
liefen. Das Hostel erwies sich als echter Glücksgriff: Der Garten mit Küche,
Sitzgelegenheiten und Hängematten ist sehr schön angelegt, es gibt Internet,
Fernsehen, Bücher, Frühstück und eine ausführliche Erklärung eines
Angestellten, wo auf dem uns ausgehändigtem Stadtplan sich die besten
Restaurants, Bars oder Sehenswürdigkeiten finden. Müde von den letzten Tagen
verließen wir das Hostel nicht mehr, sondern quatschten nur noch etwas mit den
anderen Hostelbewohnern, zur Hälfte Deutsche, die andere Hälfte
englischsprachig und trafen sogar eine Reisende wieder, die wir im Hostel in
Cancún kennengelernt hatten. Danach gingen wir früh schlafen. Ich muss
gestehen, ich habe nicht einmal mehr diesen Eintrag fertig geschrieben, so
fertig war ich. Es ist also eigentlich gerade schon morgen.
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02.01.13 – ca. 16 Uhr (es ist gerade keine
Uhr in Sichtweite)
Ich liege
entspannt in der Hängematte, Blätter rascheln über mir im Wind, entfernt läuft
Musik, ein Hund bellt und das einzige andere Geräusch ist das Klackern des
Kulis, der über das Papier gleitet. So lässt es sich leben. Valladolid ist
klein, sodass wir uns heute Zeit lassen können ohne etwas zu verpassen.
Wir
haben ausgeschlafen, gefrühstückt, per Hand unsere Wäsche gewaschen (was nicht
einfach war, so verraucht wie meine Pullis vom Lagerfeuer waren) und sind dann
gegen Viertel vor zwölf losgelaufen, um uns Fahrräder zu leihen und zu einer
wenig außerhalb gelegenen Cenote zu fahren. dabei handelt es sich um eine natürliche,
mit kaltem sauberem Wasser gefüllte Höhle, die sich prima zum Baden eignet.
Auch ohne Gangschaltung war es nach vier Monaten schön, endlich mal wieder
Fahrrad zu fahren. Auch die Cenote fand ich super. Die farbig angestrahlte Decke,
sowie Sonnenlicht, das an Baumwurzeln vorbei durch eine kleine Öffnung in der
Decke fiel, erleuchteten sie sehr schön und das Wasser war erfrischend kühl.
Zur Abwechslung klebte ich nach dem Baden nicht voll mit Salz und Sand sondern
fühlte mich wie frisch geduscht. Danach wieder mit dem Fahrrad in die Stadt,
kurz ein Eis für den restlichen Heimweg gekauft und in die Hängematte gechillt.
So kann die Reise weitergehen.
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Sportlich unterwegs! |
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Cenote in dramarischem Pink |
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02.01.13 – 23.32 Uhr
Irgendwann
habe ich mich bequemt, die Hängematte für einen Stadtbummel zu verlassen. Wie
im Reiseführer beschrieben, ist Valladolid eine nette ruhige Stadt voller pastellfarbener
Häuser.
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Hübsche Straße in Valladolid |
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Sonnenuntergang über pastellfarbenen Häusern |
Unser Weg führte uns zu einem kleinen Schokoladenmuseum, schließlich
waren die Maya die erste Kultur, die Kakao verarbeitete. Anschließend gingen
wir noch zu einem alten Kloster, welches zwar eher dunkel und wenig gemütlich
war, doch der Blick vom Dach, auf das mich ein Mitarbeiter, der von meinem
Spanisch begeistert war, unbedingt führen wollte, war wirklich interessant.
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Ausblick auf die Kathedrale |
Viel mehr gibt es in dieser Stadt wirklich nicht zu sehen und so bietet sie den
perfekten Ruhepunkt auf unserer Reise. Auf dem Rückweg zum Hostel kauften wir
Nudeln und Brühwürfel und bereiteten uns entsprechend eine einfache Nudelsuppe
zu. Danach machten wir uns noch auf in eine Bar, einen günstigen Cocktail zu
trinken, und gehen jetzt gar nicht allzu spät endlich schlafen.
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03.01.13 – 19:41 Uhr
Erneut
berichte ich live aus einer Hängematte. Diese hängt jedoch drinnen im Haus von
Daniel, unserem Couchsurfing-Gastgeber in Mérida, der sich persönlich jedoch
noch nicht blicken lassen hat. Naja egal, die Hängematte ist gemütlich, die
Dusche tat nach einem sehr verschwitzten Tag unglaublich gut und immerhin ist
ja seine Schwester zuhause.
Heute
verkürzten wir zum zweiten Mal unseren ursprünglichen Reiseplan, reisten zwar
mit komplettem Gepäck nach Chichén Itzá, der wohl bekanntesten Maya-Stätte
Mexikos, lagerten unsere Rucksäcke aber in einer kostenlosen Gepäckabgabe und
reisten noch am gleichen Tag weiter nach Mérida.
Vorher
erschreckten uns jedoch erst einmal die Touristenmassen, die vor dem Eingang
Schlange standen. Sollte es etwa wieder so voll werden wie in Tulum? Aber
Entwarnung, es wimmelte zwar von Touristen – und scheinbar ebenso vielen
Touri-Ständen – doch auf dem riesigen Gelände verteilte sich das so gut, dass
die Stätte nicht überfüllt wirkte.
Oh Moment, wir fahren ins Zentrum, ich berichte später weiter…
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04.01.13 – 00:04 Uhr
… So, endlich
wieder Zeit gefunden. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, es wirkte nicht zu
überfüllt und auf mich einfach beeindruckend. Eben noch durch den modernen
Touristeneingang geschleust, steht da plötzlich eine Pyramide mitten auf der
Wiese. Ich schätze, ich habe sie von allen vier Seiten fotografiert, da sie
mich immer wieder aufs Neue faszinierte.
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Pyramide des Kukulcán, dem Maya-Namen für den gefiederten Schlangengott
Quetzacóatl , der ursprünglich von den Tolteken verehrt wurde, die ihren Einfluss
jedoch auch auf die Maya ausbreiteten. Auch beeindruckend: Klatscht man vor der
Pyramide in die Hände ähnelt das Echo dem Schrei eines Vogels namens Quetzal. |
Aber auch die anderen Gebäude konnten
sich sehen lassen, sind sehr gut erhalten beziehungsweise möglicherweise auch
gut restauriert.
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Templo de los Jaguares y Escudos (Tempel der Jaguare und Schilde) |
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Gran Juego de Pelota, der größte (präkolumbische) Ballspielplatz Mexikos |
.JPG) |
Grupo de las Mil Columnas (Gruppe der tausend Säulen) |
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Das Observatorium, benannt "El Caracol" wegen
der schneckenförmigen Wendeltreppe im Innern |
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"El Osario" auch Grab des Hohepriesters genannt |
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Verzierungen am sogenannten "Edificio de las Monjas".
Was da so auffällig hervorsteht ist die Nase des
Regengottes Chac-Mool |
Die Souvenir-Stände waren mir etwas zu zahlreich, doch es gab
einige schöne Sachen zu vernünftigen Preisen, sodass ich auch das eine oder
andere Souvenir mitnahm. Außerdem unterhielt ich mich mit einigen der Verkäufer
darüber woher wir kommen, was wir in Mexiko machen und warum wir für Touristen
so gut Spanisch sprechen.
Auch wenn
der Tag sehr schön war, am Ende taten mir ziemlich die Füße weh und einen
leichten Sonnenbrand habe ich auch. Ziemlich durchgeschwitzt – ja in Yucatán
ist das Klima etwas anders als im Hochland von Michoacán – verließen wir das
Gelände schließlich wieder. So ein Reiserucksack macht sich auf sonnengeröteten
Schultern und geschwitztem Rücken ganz toll. Außerdem fühle ich mich damit
immer wie eine fette, unbeliebte Schildkröte. Ständig stehe ich mir oder
anderen im Weg.
In einem zu
stark klimatisierten Bus erreichten wir schließlich Mérida. Dort kann man sich
eigentlich nicht verlaufen, denn getreu der kolonialen Stadtplanung sind die
Straßen im Gittermuster angelegt, von Osten nach Westen mit geraden und von
Norden nach Süden mit ungeraden Zahlen durchnummeriert. Trotzdem brauchten wir
einige Zeit und Hilfe, bis wir bei unserem Gastgeber ankamen, da er etwas
weiter außerhalb wohnte.
Kurz nachdem
der vorherige Eintrag abbricht trafen wir ihn und eine weitere Couchsurferin,
die derzeit bei ihm übernachtet im Zentrum und gingen dort noch etwas trinken.
Ja und jetzt sitze ich wieder hier und schreibe, gönne jetzt aber dem Kuli eine
Pause und sage gute Nacht!
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05.01.13 – 10:41 Uhr
Schon wieder
so viel zu schreiben, aber gut das heißt ja auch, dass ich viel erlebt habe.
Gestern standen wir wie immer nicht allzu früh auf, frühstückten erst gegen 12
Uhr und leider viel zu teuer im Stadtzentrum, dessen Erkundung wir uns für heute
vorgenommen hatten. Die Plaza Grande ist sehr schön, die angrenzende Kathedrale
(auch ein Grundelement der kolonialen Stadtplanung) jedoch eher wenig
beeindruckend.
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Plaza Grande mit Kathedrale |
Wandgemälde im Palacio del Gobierno (Regierungspalast) stellen
die Geschichte der Region dar, und nachdem wir gemütlich daran
vorbeigeschlendert waren, machten wir uns auf die Suche nach einem Markt,
welcher, wie bereits der ganze Tag, nett, aber nicht außergewöhnlich war.
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Gemälde im Palacio de Gobierno: Das Volk der Maya entsteht aus Mais. |
Der Tag ging
leicht frustrierend weiter, denn das Anthropologiemuseum, dass wir suchten, war
auf der Karte falsch eingezeichnet, sodass wir an einem anderen Museum landeten
und von dort noch einmal einige Blocks laufen mussten. Und dann war das Museum
nicht einmal besonders gut. Viele Exponate seien in das neue Mayamuseum
gebracht worden, wurde uns später erklärt. Danach trafen wir Daniel, unseren
Gastgeber, und seinen neuesten Gast, eine Tschechin, die aber lange in
Deutschland und den USA gelebt hatte, in einem Café. Da wir erst zu 20 Uhr
wieder Pläne hatten – wir wollten Helena und Leah, zwei weitere deutsche
Freiwillige, die eine ähnliche Reiseroute haben wie wir, treffen – beschlossen wir,
die Zwischenzeit mit ihnen zu verbringen. Schlechte Entscheidung, denn die Frau
ging uns gewaltig auf die Nerven und Leah und Helena, die bei anderen
Couchsurferinnen untergekommen waren, verspäteten sich um zwei Stunden.
Ab 22 Uhr
wurde der Abend dann aber besser. Gemeinsam gingen wir vier Deutsche und drei Mexikanerinnen,
Leah und Helenas Gastgeberinnen, etwas essen und dann noch in eine Bar.
Auch wenn
ich mich mit Xenia super verstehe und es die Entscheidungsfindung unglaublich
erleichtert nur zu zweit zu reisen, war es schön, zwischenzeitlich mit mehr
Leuten unterwegs zu sein und so beschlossen wir, noch nicht am nächsten Tag
abzureisen, sondern vorher noch einen Tag gemeinsam mit den anderen nahe
gelegene Cenoten zu besuchen. So, Bikini anziehen und los geht’s!
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05.01.13 – 21:24 Uhr
Was folgt
auf einen mittelmäßig enttäuschenden Tag? Richtig, ein super Tag, der die
Urlaubsstimmung wieder voll aufleben lässt. Das ist das tolle an diesem Urlaub,
jeder Tag ist komplett anders als der vorherige.
Nachdem wir
im Zentrum genug Obst, Getränke und Gebäck gekauft hatten, machten wir uns
diesmal zu sechst auf die etwa einstündige Fahrt nach Cozumal zu den Cenoten.
Dort angekommen ging es auf Motorradtaxis weiter, wenn man es so nennen kann -
Motorräder, an denen vorne ein Gestell angebaut war, das Sitzplatz für zwei
Fahrgäste bot.
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Motorradtaxis |
Diese brachten uns bis zu einem lustigen Schienensystem, das zu
den Cenoten führte. Auf die schmalen Schienen wurden nach Bedarf Wagen gesetzt,
die, beladen mit bis zu acht Personen, dann von Pferden gezogen über die
Schienen rauschten. Kam einem ein anderer Wagen entgegen, musste einer der Fahrer
sein Pferd kurz losmachen, zur Seite führen, die Passagiere aussteigen lassen
und den Wagen von den Schienen heben, um dem anderen Wagen den Weg
freizumachen. Und so fuhren wir über einsame Wege durch Gebüsch zu den Cenoten.
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Einer der Schienenwagen |
Derer gab es insgesamt drei und an jeder wartete unser Fahrer mit Wagen draußen
mehr oder weniger geduldig auf uns. Die Cenoten waren sich an sich recht
ähnlich: Kühles, erfrischendes Wasser, wenig Licht und eine Treppe, die bis ans
Wasser führt, sowie zu einer kleinen Sprungplattform in etwa 4m Höhe. Einfach
entspannend sich auf dem Rücken durchs Wasser treiben zu lassen und noch
spaßiger von der Plattform hineinzuspringen. Und so vergaßen wir das eine oder
andere Mal die Zeit und den Fahrer, der draußen wartete.
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Abstieg zur ersten Cenote |
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In der dritten und letzten Cenote |
Immer noch
komplett nass ging es mit Schienenwagen, Motorradtaxi und Kombi den gleichen
Weg zurück nach Mérida, wo wir uns von den anderen verabschiedeten, um uns
schnell zuhause etwas Trockenes anzuziehen. Danach wollten wir uns eigentlich wieder
in der Stadt zum yucatekisch Essen treffen, doch leider sagten sie doch noch
ab. Schade, denn so konnten wir uns von ihren mexikanischen Gastgeberinnen
Yameli und Azi, mit denen wir den ganzen Tag verbracht hatten, gar nicht
richtig verabschieden. Hunger haben wir aber trotzdem, deshalb geht es jetzt
eben alleine los.
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06.01.13 – 08:28 Uhr
Was so früh
schon wach? Na da muss ja heute etwas Wichtiges auf dem Programm stehen.
Stimmt, gleich geht es nach Uxmal, also schon zur vierten Maya-Stätte, die mit
dem Bus etwa zwei Stunden von hier liegt, und von dort weiter nach Campeche.
Das Essen
gestern war übrigens sehr lecker, aber viel zu viel. Um alles probieren zu
können, hatten wir uns zu dritt, da Daniel uns noch dort traf, eine gemischte
Platte für zwei Personen bestellt. Was das für zwei Personen hätten sein
müssen, um diese zu bewältigen, ich weiß es nicht.
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06.01.13 – 18:28 Uhr
Ratet mal wo
ich bin. Nein, nicht in Campeche, das wäre ja zu einfach. Die Stadt, in der ich
gerade auf einen Anschlussbus warte, heißt tatsächlich Hopelchen. Das erinnert
mich irgendwie an ein Bilderbuch, das ich als Kind geliebt habe, mit dem Titel „Hoppelchen
zieht um“.
Wenn die
Busverbindung nach Uxmal auch nicht optimal ist, die Stätte ist einen Besuch
allemal wert. Eine große Pyramide, ein Ballspielplatz, Gebäude um einen
riesigen Hof und jede Menge schattige Plätze, von denen aus wir minutenlang die
Aussicht genossen. Vielleicht sollte ich lieber Bilder sprechen lassen:
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La Casa del Adivino (Haus des Zauberers) |
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Panorama des "Cuadrangulo de las Monjas" (Nonnenviereck) |
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Wie trickse ich ein Panoramabild aus? Durch wildes durchs Bild springen! |
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Verzierungen am Gebäude |
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Noch mehr Verzierungen |
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So eine Pyramide ist eine gute Fotokulisse! |
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Ausblick von der "Gran Pyramide" |
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08.01.13 – 08:27 Uhr
Irgendwann abends,
als es schon stundenlang dunkel war (schließlich wird es hier auch schon vor 18
Uhr dunkel, denn theoretisch ist Winter und außerdem bin ich ohne
Zeitverschiebung 1000km weiter östlich als sonst), kamen wir doch noch in
Campeche an. Der erste Eindruck vom Zentrum war super, Straßenverkäufer boten
Churros und Pommes an, ein Brunnen sprudelte bunt beleuchtet und vor der Kathedrale
lag friedlich der Hauptplatz.
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Dieser beleuchtete Brunnen plätscherte im Takt zu spanischer Weihnachtsmusik |
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Die Kathedrale an der "Plaza Principal" |
Der erste Eindruck vom Hostel war weniger
berauschend. Im Vergleich zu unseren bisherigen Unterkünften wirkte es recht
lieblos, aber dafür zahlten wir für zwei Nächte auch kaum mehr als sonst für
eine. Nach Pommes, Marquesitas (einer Art Crêpe, jedoch knuspriger) und
frischer Limonade ging es auch schon ins Bett.
Den nächsten
Tag begannen wir gemütlich um halb zehn, doch da das Hostel-Frühstück nicht
ganz befriedigend war, beschlossen wir, uns für ein zweites Frühstück auf den Weg zum Markt
zu machen.
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Die Straßen von Campeche - diesmal schön bunt bei Tageslicht |
Dieser Markt war nicht anders als andere nicht touristische Märkte, die ich
in Mexiko gesehen habe, doch es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, wenn
gegenüber von Schnittblumen frische ganze Hähnchen zum Verkauf aufgespießt
sind. Geruchschaos vorprogrammiert. Wir erstanden auf dem Markt einen Nagellack,
Süßigkeiten und getrocknete Hibiskusblüten, um erstmals selbst Agua de Jamaica
zu machen. Angesichts der Mittagshitze kehrten wir sowieso ins Hostel zurück,
füllten einen Topf mit Trinkwasser - lieber kein Leitungswasser – warfen die
Blüten hinein, die das Wasser bereits nach Sekunden rosa zu färben begannen und
stellten das Ganze zum Ziehen in den Kühlschrank. Während Xenia im Hostel
döste, machte ich eine weitere Runde durch die Stadt, zur Kathedrale, einer
weiteren Kirche und zur Uferpromenade.
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Die Kathedrale bei Tageslicht - auch sehr schön |
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Am Golf von Mexiko |
Strand gibt es leider nur weiter
außerhalb und vielleicht hätten wir es dorthin geschafft, wenn wir den Tag bis
dahin nicht so vertrödelt hätten, aber danach stand uns nun mal der Sinn.
Allerding wurden wir dann doch noch etwas aktiver, suchten das
Maya-Architektur-Museum und fanden es – verschlossen. Ein kleiner botanischer
Garten in einem der Bollwerke der Mauer, die die Stadt einmal umgab, war jedoch
geöffnet.
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Botanisches Gärtchen |
Danach kauften wir Guacamole-Zutaten und liefen schließlich zum
Busbahnhof um Abfahrtmöglichkeiten für den nächsten Tag zu checken, denn schon
den ganzen Tag lang versuchten wir nebenbei, unsere Reise nach Calakmul zu
planen. Beziehungsweise wir schwammen eigentlich nahezu zum Busbahnhof, denn
plötzliche starke Regenfälle setzten die Straßen innerhalb von Minuten
zentimeterhoch unter Wasser. Jetzt weiß ich auch wozu die "topes"
(Bodenwellen) da sind. Es sind Brücken zwischen den Bürgersteigen.
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Regen... aber kein Grund zur Traurigkeit! |
Aber zurück
zur Calakmul-Planung: Das Problem ist, die Ruinen von Calakmul liegen im
Biosphärenreservat Calakmul und sind nur vom Highway zwischen Escárcega und
Chetumal über eine 60km lange Zufahrtsstraße zu erreichen. Für Nicht-Autofahrer
bietet der Reiseführer zwei Möglichkeiten an: Mit dem Bus nach Xpujil und von
dort für 50€ mit dem Taxi zur Ruine oder eine geführte Tour, die uns ab
Campeche aber ebenfalls 70€ pro Person zuzüglich Eintrittsgelder kosten sollte.
Beides viel zu teuer. Von der Touristeninformation, sowie auch später am
Busbahnhof erfuhren wir, Busse nach Xpujil würden einen auch an der Abfahrt
raus lassen, von dort führe ein Kombi. Zurück würde es aber schwierig, denn wir
müssten irgendwie von der Abfahrt die 60km nach Xpujil kommen, um von dort
einen der beiden Nachtbusse nach Palenque zu nehmen. Wir überlegten bei
leckerer Guacamole und Agua de Jamaica lange hin und her, wogen ab, bis wir
beide feststellten, dass wir so ein kleines improvisiertes Abenteuer eher reizend
als abschreckend fanden, und beschlossen, die Wecker auf vier Uhr zu stellen,
um den ersten Bus zu erwischen. Naja und jetzt sitze ich seit drei Stunden im
Bus, hoffe, dass der Busfahrer nicht an Conhuas vorbei fährt ohne uns
rauszuschmeißen und frage mich, was meine Mama sagen würde, wenn sie wüsste,
wie auf gut Glück ich gerade durch eine der abgelegeneren Gegenden Mexikos
reise.
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08.01.13 – 20:36 Uhr
Irgendwann waren wir in
Conhuas, fragten die Leute dort nach einem Kombi und wurden erst einmal einen
weiteren Kilometer den Highway entlang geschickt. Dieser holprige Anfang konnte
uns noch nicht entmutigen, eher schon die Auskunft, die wir an der Abfahrt
angekommen von den dortigen Schranken-Wächtern am Reservatseingang erhielten.
Es gab überhaupt keine Kombis. Um zu den Ruinen zu kommen, würden wir trampen
müssen. Wir setzten uns auf den Bordstein, stellten fest, dass wir mitten im
Nirgendwo saßen, nur noch wenig zu trinken hatten und die Packung Kekse die wir
gerade aßen eine von zweien war, die unseren Tagesvorrat an Essen darstellten.
Wir wetteten auf die Farbe und Richtung der auf dem Highway vorbeifahrenden
Autos, auf die wir teilweise minutenlang warteten. Endlich bog ein Auto nach Calakmul
ab, war jedoch zu voll um uns mitzunehmen. Als nächstes bogen zwei
Fahrradfahrer ein. Die zwei jungen Briten unterhielten sich kurz mit uns,
wünschten viel Glück und schenkten uns eine Orange. Schließlich kam jedoch ein
Auto vorbei, das uns bereitwillig mitnahm. Wir waren überglücklich und
verschoben das Problem mit dem Zurückkommen auf später. Das ebenfalls britische
Autofahrer-Pärchen konnte uns nicht mit zurück nehmen, da sie ein kleines
Sprit-Problem hatten, und so beschlossen wir, die Besucher, die wir auf dem
Gelände treffen würden schon im Voraus ums Mitnehmen zu bitten. Gleich beim
ersten, einem Mann mit kleiner Tochter, hatten wir Glück. Wir verabredeten uns
für halb fünf mit ihnen am Parkplatz. So konnten wir die weitere Zeit unbesorgt
genießen. Schon auf der Zufahrtsstraße waren wir durch dichten Wald gefahren,
doch um die schmalen Fußgängerwege auf dem Gelände wirkte er noch besser, auch
wenn es sich nicht um einen Bilderbuch-Klischee-Regenwald handelt.
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Ein einsamer Urwaldweg |
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Bäume voller Aufsitzerpflanzen |
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Verwirrende Wurzelkonstruktionen |
Das Gelände
ist groß und so verging fast eine Viertelstunde Fußmarsch, ohne dass wir von
den Ruinen mehr als ein paar kleinere Steingruppierungen gesehen hätten. Was
wir dafür aber bereits sahen und auf unserem ganzen Weg immer wieder sehen
würden, waren wilde Truthahne.
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Truthahn |
Schließlich erreichten wir die ersten Ruinen,
gut versteckt im Wald, verliefen uns kurz, bis wir dann die wirklich
beeindruckenden Pyramiden fanden. Wir stiegen auf die erste hinauf, nur um zu
bemerken, dass die gegenüberliegende noch viel gewaltiger war.
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Diese Pyramide sahen wir zuerst |
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Und auf diese blickten wir von dort oben |
Und so machten
wir uns schnell auf zu jener, um den Ausblick auf den Urwald von dort noch
besser zu genießen. Wir saßen fast eineinhalb Stunden auf dieser zweiten
Pyramide, blickten egal in welche Richtung auf Urwald bis zum Horizont und hin
und wieder ließen sich sogar Affen blicken, die weit unter uns durch die Bäume
turnten.
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Urwald bis zum Horizont |
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Mehr Affen als Menschen in Sichtweite |
Der Affe in Aktion
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Noch eine Pyramide in Sicht, diesen letzten Aufstieg sparten wir uns aber |
Nur Tukane, wie es unser Reiseführer ankündigte, sahen wir leider
nicht. Wahrscheinlich war es die falsche Tageszeit. Irgendwann mussten wir
unseren schönen Sitzplatz aber dann doch verlassen, um zum Treffpunkt am
Parkplatz zu laufen. Während wir auf Vater und Tochter warteten, lernten wie
ein spanisch-französisches Pärchen kennen, das ebenfalls aufs Trampen angewiesen
war und baten ihnen an, unseren Fahrer zu fragen, ob er uns alle zu viert auf
die Rückbank gequetscht mitnehmen würde, denn es stand sonst kaum noch eine
Handvoll Autos auf dem Parkplatz. Und so befanden sich im Auto schließlich
sechs Menschen mit vier verschiedenen Muttersprachen (der Vater war gebürtiger
US-Amerikaner, lebt aber in Neuseeland), auf denen wir uns auch kreuz und quer
unterhielten. Abgesetzt wurden wir an einem Restaurant mit cabañas und
beschlossen dort zu essen und zu schlafen, da die Inhaber uns die Auskunft
gaben, um diese Uhrzeit würde kein Bus oder Auto mehr für uns anhalten. Die
cabaña stellte sich als einfach, günstig und gemütlich heraus.
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Doppelbett mit Mückennetz, was ein Luxus! |
Darf ich die
Tagesbilanz aufstellen: Weniger als 20€ für den ganzen Tag, inklusive Eintritt,
Essen und Unterkunft. Da haben wir wohl gut gespart.
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09.01.13 – 09:12 Uhr
Allein für die morgendliche Geräuschkulisse hat sich die cabaña gelohnt.
Morgendliches Vogelgezwitscher
Wir waren früh aufgestanden, haben
gegen acht gefrühstückt und warten jetzt schon seit einiger Zeit am Highway auf
einen Bus, der uns Richtung Palenque bringt.
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Der Highway: Weit und breit nichts!
Nur Hunde spazieren gemütlich über die Straße. |
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11.01.13 – 09.40 Uhr
Inklusive Wartezeiten hat die
Weiterreise nach Palenque 12 Stunden gedauert, aber wir haben es geschafft. Wir
mieteten dort in einem Hotel zwei Hängematten, in denen wir die letzten zwei
Nächte verbrachten. Das ist, sobald man die richtige Liegeposition gefunden
hat, recht gemütlich und im Schlafsack auch warm genug, um im Freien zu
schlafen. Ich glaube, ich werde mir hier demnächst auch eine kaufen, um mir
etwas vom Mexiko-Urlaubs-Gefühl mit nach Hause zu nehmen.
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Unser Schlafplatz |
Unseren ersten Tag in Palenque
begannen wir mal wieder mit Wäsche waschen, was dringend nötig war, und entsprechend
viel Zeit in Anspruch nahm. Da sich unser Hotel schon auf halbem Weg zu den
Ruinen befand, standen wir nur eine Viertelstunde später vor deren Eingang. Die
Ruinen von Palenque liegen wunderschön im Urwald,...
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Tempel nahe des Eingangs |
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Turm inmitten des sognannten "Palastes", der einem Irrgarten an Wegen gleicht |
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Gleicher Turm, andere Perspektive |
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Ausblick auf die weiteren Gebäude |
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Templo de las Cruces |
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Ausblick vomTemplo de las Cruces |
...nicht so schön versteckt wie
Calakmul, aber dafür ist die Landschaft hier noch ein bisschen beeindruckender.
Große Bäume mit bemerkenswerten Wurzeln und voller Aufsitzerpflanzen und
überall zirpt und zwitschert es, oder flattern leise Schmetterlinge.
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Schmetterling |
Ein Vogel-Ruf war besonders auffällig. Verkäufer an Souvenir-Ständen sagten uns, es sei ein
Tukan auf der Suche nach einer Tukanin und zeigten uns, wo er hoch oben in den
Baumkronen saß. Von unten konnte man leider nur den schwarzen Körper erkennen,
aber auf den Fotos kommt dank Zoom sogar der große kunterbunte Schnabel gut
raus.
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Ein Tukan, offensichtlich single und auf der Suche... Interesse? |
Ein geschlungener Pfad durch den Wald, vorbei an überwucherten Ruinen und
kleinen Wasserfällen, führte uns zum Ausgang.
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Ruinen inmitten von Dschungel |
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Wasserfall |
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Ein Bach fließt durch den Urwald |
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Ein interessanter Baum/ Zwei interessante Bäume |
Am Ausgang angekommen nahmen wir einen Kombi in die Stadt. Jene ist nicht sonderlich spektakulär, aber wir mussten unsere
Weiterreise für den nächsten Tag planen. Der ursprüngliche Plan war, eine Tour
zu den Wasserfällen Misol Há und Agua Azul zu machen und abends nach Comitán
weiterzufahren, da man von dort aus nach „Las Nubes“ kommt. Leider machte uns
die schlechte Busverbindung einen Strich durch die Rechnung und so buchten wir
die Tour so, dass sie in San Cristóbal de las Casas enden würde. Ob wir von
dort noch einmal den großen Abstecher nach Las Nubes machen, werden wir sehen.
Abends trafen wir noch Helena und Leah, deren Reiseroute unsere erneut kreuzte
und morgens, als wir gerade auf unsere Tour warteten, trafen wir ganz
unerwartet Marius und Max bei uns im Hotel wieder. Es mag wohl daran liegen,
dass fast alle Rucksackreisenden den gleichen Reiseführer haben, dass wir schon
so viele Leute, nicht nur die Freiwilligen, zweimal getroffen haben. Heute aber
sind wir nur zwei und gerade auf der Fahrt zum Misol Há.
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13.01.13 – 21:19 Uhr
Gut, wenn ich mir zwei Tage
lang keine Zeit zum Schreiben nehme, habe ich jetzt eben mehr zu tun. Fast so
wie früher: Sonntag 17 Uhr: „Verdammt, Hausaufgaben!“
Weiter ging es zu Agua Azul.
Wie der Name schon sagt, ist das Wasser des Flusses, der sich hier alle paar
Meter kleine bis mittelgroße Wasserfälle hinabstürzt, von einem beeindruckenden
Blau. Ein Weg führt flussaufwärts, vorbei an immer neuen Wasserfällen,
dazwischen liegenden Badestellen und jeder Menge Läden und Essensständen für
die Touristen. Mit einer frischen Mango als Wegzehrung machten wir uns auf bis
zur letzten Badestelle und begaben uns dort ins kühle Flusswasser. So verkrafte
ich es sehr gut, dass wir das Meer bereits hinter uns gelassen haben. Leider
war der Aufenthalt hier mit zweieinhalb Stunden (anstatt der versprochenen
drei) recht knapp bemessen und so machten wir uns bald wieder auf den Rückweg,
nicht ohne an zwei Empanadas-Ständen zu verweilen.
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Ein erster Eindruck: Wunderschön! |
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Kleine Wasserfälle |
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Schon größere Wasserfälle |
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Wasserfälle soweit man schaut |
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Und weil es so schön ist: Noch mehr Wasserfälle! |
Der Kombi, mit dem wir
gekommen waren, fuhr uns zu einer Art Bushaltestelle, von der aus wir mit dem
Bus weiter nach San Cristóbal de las Casas fuhren. Auf den fünf Stunden Fahrt
hätte ich eigentlich prima Zeit gehabt zu schreiben, doch ich war zu sehr damit
beschäftigt, aus dem Fenster zu sehen. Die Straße schlängelte sich durch den
Urwald, am Straßenrand wuchsen Bananen, wir passierten kleine Siedlungen sehr
einfacher Häuschen, in denen Frauen und
Kinder vorbeifahrenden Autos ihre Waren anboten und zwischen den Dörfern
begegneten wir Männern mit Machete. ich finde es beeindruckend, wie vielfältig
die Landschaften Mexikos sind und entsprechend auch die Lebensumstände der
Menschen.
Für San Cristóbal hatten wir
wieder eine Couchsurfing-Unterkunft. Unser Gastgeber Orbe schrieb uns, wir
sollen zunächst zu seinem Laden ins Zentrum gehen, wo wir jedoch nicht auf ihn,
sondern auf seine Angestellten und Freunde trafen. Die beiden begleiteten uns
dann zu seinem Haus. Auf dem Weg überraschte uns, wie kalt es geworden war,
aber klar, wir waren im Hochland auf 2000 Höhenmetern, genauso hoch wie in
Pátzcuaro, kein Wunder also, dass uns das Wetter an zuhause erinnerte. Auch im
Haus trafen wir nicht auf Orbe und überbrückten die Wartezeit mit Gitarre
spielen, unterhalten und Hot Dogs essen. Das war zwar sehr nett, doch wartete
Leah darauf, sich noch mit uns im Zentrum zu treffen, weshalb wir schließlich,
immer noch ohne unseren Gastgeber zu kennen, aufbrachen. Schließlich stieß er
aber in der Bar zu uns und es wurde ein guter und langer Abend.
Entsprechend begann der nächste
Tag etwas später als geplant. Dennoch konnte ich ihn nicht recht genießen.
Vielleicht waren mir die Empanadas schlecht bekommen, die hatten jedenfalls am
Vortag schon Helena krank zuhause bleiben lassen. Und so schleppte ich mich
noch zwei Stunden lang mit Bauchschmerzen durch die Stadt, sogar zu einem
Aussichtspunkt hinauf, bis wir schließlich beschlossen zum Haus zurückzukehren
und einfach einen Tag länger in San Cristóbal zu bleiben. Wir würden trotzdem
noch genug Zeit in Oaxaca haben, da wir nach einigem Herumtelefonieren sowohl
Las Nubes, wegen langer komplizierter Anreise und zu teurer Unterkunft, als
auch Sima de las Cotorras, da in dieser Zeit gar keine Papageien zu sehen sein
würden, aus dem Reiseplan gestrichen hatten.
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Eindruck der Hochlandstadt San Cristóbal |
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Kirche am Aussichtspunkt |
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Ausblick auf San Cristóbal de las Casas |
Dank Mittagsschlaf und deutlich
früherem Schlafengehen ging es mir heute wieder gut und wir holten nach, was
wir gestern verpasst hatten. Zunächst gingen wir auf einen Markt voller
kunterbunter Waren wie Schals, Taschen, Stoffpüppchen und Schmuck.
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Bunter Markt |
Viele der
dort verkaufenden Frauen kommen aus San Juan Chamula, einem nahe gelegenen indigenen
Dorf. Dieses wird zwar als Touristenattraktion angepriesen, doch wir
entschieden uns dagegen es zu besuchen, da wir uns komisch fühlen würden, die
Dorfbewohner fast wie Zootiere in ihrem alltäglichen Leben zu beobachten.
Allgemein hat der Bundesstaat Chiapas, in dem sowohl Palenque als auch San
Cristóbal liegen, und der der ärmste Mexikos ist, eine der größten indigenen
Einwohnerschaften des Landes. Die indigenen Einwohner werden jedoch seit je her
als Menschen zweiter Klasse behandelt, was selbstverständlich Konfliktpotenzial
bietet. 1994 tauchte aus den Wäldern Chiapas plötzlich die linksgerichtete EZLN
(Ejército Zapatista de la Liberación Nacional – Zapatistische Armee der
nationalen Befreiung) auf, besetzte verschiedene Städte in Chiapas und forderte
einen besseren Lebensstandard für die indigene Bevölkerung. Die Zapatisten
wurden von der Armee vertrieben, politische Zugeständnisse wurden gemacht,
jedoch nie gesetzlich verankert. Spannungen bleiben entsprechend weiterhin
bestehen.
Unser Weg führte uns noch auf
einen weiteren Markt, genauso bunt, jedoch diesmal dank Obst, Gemüse, Gewürzen,
Kleidung und vielem mehr.
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Stapelweise Obst |
Danach liefen wir zu einem Museum, initiiert von einem
Ehepaar, das vor vielen Jahren die Gegend Chiapas, die Ruinen, vor allem aber
die indigene Bevölkerung studierte und sein Wissen zugänglich machen wollte,
damit jene besser verstanden und behandelt würde.
Dieses Schild erzählt die Schöpfungsgeschichte des Tukans.
Deutsche Übersetzung:
Der Schnabel des Tukans
Jetzt werde ich erzählen wie Hachakyum, unser wahrer Herr, den Tukan machte. Er nahm Lehm und modellierte ihn. Als er ihn gemacht hatte, gab er ihm Leben. Der Tukan erhob sich. Er war gut geworden, mit einem langen geraden Schnabel.
"Ich bin erwacht", sagte der Tukan und erhob sich.
"Ah, das stimmt", sagte Hachakyum, "Wie fühlst du dich Tukan?"
Der Tukan antwortete: "Sehr gut, mein Schnabel ist sehr schön."
"Das ist gut. Geh jetzt und finde deine Nahrung im k'o'och (Eine Baumart, bedeutet aber auch Hals)"
"Gut, mein Herr."
Der Tukan flog davon und sah einen Hach Winik ("wahre Menschen" - so nennt das Volk der Lacandonen sich selbst) und
hhhrrr verbiss sich in seinem Hals. Der Hach Winik blieb tot zurück. Zufrieden kehrte der Tukan zurück zu Hachakyum, der ihm sagte: "Was habe ich dir gesagt? Der k'o'och habe ich gesagt, die Früchte des k'o'och!"
"Ah, das stimmt", sagte der Tukan. Hachakyum bafahl Akyanto den toten Menschen wiederzubeleben und er tat es. Der Tukan war schon fort.
Pulll, verbiss er sich im Stamm des k'o'och. "Oh, mein Schnabel ist verbogen." "Das ist nicht was ich dir gesagt habe. Ich sagte - suche die Früchte des k'o'och. Naja so soll es für immer sein. Die Farbe des menschlichen Blutes bleibe auf deinem Schnabel. Und dein Schnabel sei für immer gebogen.
Das Kaffeemuseum, in das wir
anschließend gehen wollten, schließlich ist Kaffee ein Produkt der Region, war
leider geschlossen und so gingen wir stattdessen in ein Café, in dem es guten
Kakao geben sollte. Den Rest des Tages verbrachten wir im Internet-Café und mit
dem Zubereiten von Guacamole. Noch heute Abend fährt unser Bus nach Oaxaca.
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14.01.13 – 10:11 Uhr
Wir sitzen
seit fast 12 Stunden im Bus, denn trotz nur etwa 600km Strecke kommt man auf
den gewundenen Straßen im Hochland nicht schnell voran. Außerdem hat sich das
Landschaftsbild wieder einmal komplett verändert. Hier ist es auch bergig, doch
trocken. Es wachsen kahle Büsche, Kakteen über die große Greifvögel kreisen und
Agaven, zur Herstellung des Agavenschnapses Mezcal.
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Ein neues Landschaftsbild |
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15.01.13 – 23:34 Uhr
Zwei Tage
Oaxaca liegen hinter mir und die nächtlich beleuchtete Stadt übrigens vor mir,
denn ich sitze auf dem Balkon des Apartments unseres oaxacenischen Couchsurfers
Carlos.
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Oaxaca bei Nacht |
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Oaxaca bei Tag |
Den ersten
Tag verbrachten wir damit, durch die Stadt zu schlendern: Fußgängerzone, Zócalo
(Hauptplatz), Märkte.
Am nächsten
Tag – heute – wollten wir in ein Dorf namens Atzompa auf den Markt, der dort
laut Reiseführer dienstags stattfinden solle, doch trotz suchen fanden wir nur
den täglich geöffneten Kunsthandwerksmarkt, der auch ganz nett war. Trotzdem
fuhren wir so früher als gedacht nach San Martín Tilcajete, ein weiteres Dorf,
in dem traditionell „alebrijes“, aus Holz geschnitzte und bunt bemalte
(Fantasie-)Tiere, hergestellt werden. Diese hatten wir schon auf dem Markt in
Oaxaca gesehen und sie hatten uns so gut gefallen, dass wir sie unbedingt für
unsere alten und neuen Gastfamilien mitbringen wollten. Fotografieren durfte
man sie leider nicht, aber klickt einfach
hier, dann seht ihr was Google so an
Bildern ausspuckt.
Außerdem
brachte mich dieser Tag, wie schon so viele auf eine, vielleicht nicht ganz
ernst gemeinte Job-Idee. Die derzeitige Rangliste:
- Mango- und Empanadas-Verkäuferin in Agua Azul
- Reisejournalistin
- Alebrijes-Schnitzer-, Bemaler- und Verkäuferin
- Inhaberin eines authentisch mexikanischen
Restaurants mit angrenzender Tortilleria und Tiendita (kleines Lädchen) mitten
in Deutschland
Den Rest des
Nachmittags verbrachte ich mit Xenia bei Limonade und Cappuccino im
Stadtzentrum und den Abend dann mit Xenia und Carlos bei Mezcal und Tacos.
Ich muss
sagen, durch das Couchsurfen haben wir auf dieser Reise schon viele nette,
coole Leute kennengelernt und ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Absolut
weiterzuempfehlen!
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17.01.13 – 11:24 Uhr
Endlich mal
wieder ausgeschlafen! Gestern ging es nämlich auch wieder recht früh raus, da
wir ab 10 Uhr eine Tour zu verschiedenen Attraktionen östlich von Oaxaca
gebucht hatten. Zunächst führte sie uns zum „Árbol de Tule“ dem breitesten Baum
der Welt, der schon etwa 2000 Jahre alt ist.
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Der "Árbol de Tule" |
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Von näher dran passt er nicht mehr aufs Bild |
Weiter ging es ins Weberdorf „Teotitlan
del Valle“, wo uns ein Weber den Arbeitsprozess vom Wolle Bürsten, Spinnen und
Färben bis zum Teppich Weben zeigte.
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Die Natur-Farbpalette |
Nächster Stopp: Eine Mezcal-Brennerei, in
der wir ebenfalls den Herstellungsprozess nachverfolgen, und anschließend alles
durchprobieren durften.
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Aus diesen Agavenherzen wird später mal Mezcal |
Weiter fuhren wir nach Mitla, wieder einmal
präkolumbische Ruinen, diesmal jedoch der Zapoteken. Die Ruinen sind mit
schönen Mosaiken verziert und liegen an staubigen Bergen zwischen Kakteen.
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Eine Zapotekenstadt zwischen Kakteen |
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Drei verschiedene Mosaik-Muster |
Danach war Mittagspause und wir wurden in einem gar nicht so günstigen
Restaurant abgesetzt. Aber das Buffet war gut und so konnten wir die in Oaxaca
so berühmten Moles (Soßen, die häufig verschiedene Geschmacksrichtungen
kombinieren) probieren. Der letzte Stopp hieß „Hierve el Agua“ und lag
versteckt weit oben in den Bergen. „Hierve el Agua“ heißt zwar „Das Wasser
kocht“, doch in Wirklichkeit ist es eiskalt. Der Name kommt daher, dass das
Wasser an manchen Stellen sprudelt und blubbert als würde es kochen.
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Blubber blubber |
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Wo kommt dieses Wasser her? |
Durch
seinen hohen Mineraliengehalt hat es außerdem Steinformationen geschaffen, die
wie versteinerte Wasserfälle aussehen. Der Ausblick war beeindruckend.
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Ein versteinerter Wasserfall? |
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Blick ins Tal |
Zum
Baden war es leider viel zu kalt, aber die Zeit hätte auch kaum gereicht.
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Wohl zu flach zum Baden |
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Aber hier wäre es wohl gegangen |
Wir
fuhren bis etwa 19:30 Uhr zurück nach Oaxaca, wo ich mich erst einmal eine
Stunde schlafen legte, bevor Xenia und ich uns noch einmal gemütlich auf die
Dachterrasse einer Bar setzten.
Oh und eins
hätte ich fast vergessen. Ich habe mir heute eine Hängematte gekauft J
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18.01.13 – 13:23 Uhr
Und schon
wieder sitze ich im Bus. Ich bin noch nie in so kurzer Zeit so viel Bus
gefahren. Diesmal geht es nach Puebla, wo wir eigentlich vorbei wollten, damit
Xenia ein Paket aus Deutschland abholen könnte, das ihr die Mutter der Freundin
einer Freundin mitgebracht hatte. Das hat sich zwar inzwischen erledigt, doch
da wir in Oaxaca nichts mehr groß zu sehen hatten und Puebla sowieso auf dem
Rückweg nach Michoacán liegt, werden wir jetzt trotzdem vorbeifahren, die Stadt
ansehen und die unbekannte Bekannte besuchen.
Unseren
letzten Tag in Oaxaca ließen wir ruhig angehen, schliefen aus, aßen in Ruhe
Tortas (belegte Brötchen, die aber jedes deutsche belegte Brötchen sowohl in
Preis als auch Leistung schlagen), verbrachten noch etwas Zeit im Zentrum und
nahmen um 15:30 Uhr den letzten Bus nach Monte Albán, die Ruinen der alten Zapotekenhauptstadt
zu besichtigen. Das waren übrigens keine Maya. Nicht dass mir das einer
durcheinander schmeißt. Ich gebe zu ich finde es selbst recht verwirrend, wie
viele Völker es hier gibt und gab, die doch alle miteinander verstrickt sind
oder waren. Viele der Ruinen von Monte Albán sind um einen großen Platz
angeordnet, was es mir leichter machte, mir vorzustellen, dass dies einmal eine
bewohnte, lebhafte Stadt war. Wieder einmal gingen wir unserem neuen Lieblingshobby
nach: Auf Pyramiden sitzen und die Aussicht genießen. Dieses Hobby wird in
Zukunft wohl leider schwer fortzusetzen sein.
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Mal wieder ein Ballspielplatz |
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Ausblick von der Pyramide |
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Dramatische Lichtverhältnisse |
Da die Stätte schon um 17 Uhr
schließt, kehrten wir schon recht bald nach Oaxaca zurück und der Tag ging
gemütlich mit Guacamole auf unserem Balkon mit der tollen Aussicht zuende.
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18.01.13 – 16:31 Uhr
Angekommen
bei der Mutter der Freundin einer Freundin von Xenia stellen wir fest: Wir
lieben diese Frau! Uns wurde hier ja eigentlich immer herzlich begegnet, aber
diese Frau toppt das noch. Sie hat uns vom Busbahnhof abgeholt, ist, ohne dass
wir je danach gefragt hätten davon ausgegangen, dass wir über Nacht bleiben (im
Gegenteil, wir hatten sogar schon eine Couchsurfing-Unterkunft, da wir uns
nicht selbst einladen wollten), hat uns Zimmer und Bad gezeigt und macht gerade
etwas zu essen, damit wir uns stärken, bevor sie uns ihr Mann uns die Stadt
zeigen wollen. Und wieder einmal bin ich froh, Mexiko auf diese Weise
kennenlernen zu können, statt nur in den Touristengegenden zu bleiben.
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19.01.13 – 15:45 Uhr
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