Die Einwohner des Indigenen-Dorfes Colola haben sich zur Aufgabe gemacht diese zu schützen. Unterstützt werden sie dabei von nationalen und internationalen Freiwilligen, die über meine mexikanische Austauschorganisation "Vive México" im Rahmen von zwei-wöchigen Work Camps entsendet werden. Dazu sind natürlich auch wir "weltwärts"-Freiwillige herzlich eingeladen.
Ich selbst habe an keinem Work Camp teilgenommen, anders Xenia, die ich dann begleitete um dem Camp einen erneuten Besuch abzustatten. (Ich glaube ich muss Xenia an dieser Stelle nicht noch einmal vorstellen, schließlich handelt jeder zweite Artikel davon wie wir auf Vulkane oder Pyramiden klettern, in Hängematten oder am Strand liegen... An dieser Stelle liebe Grüße an ihre Freunde, die angeblich mittlerweile meinen Blog lesen, damit Xenia nicht so viel schreiben muss ;)
Mein erster Eindruck von Colola: Ich weiß jetzt was den Reiseführer-Schreiber inspiriert hat die Küste Michoacáns als "Küstenkönigreich hinter den Bergen" zu beschreiben. Die Gegend ist touristisch nahezu unerschlossen - keine Hotelblocks, stattdessen Natur pur. Und so setzte ich mich in den Sand, beobachtete Wellen und Sonnenuntergang und war viel zu gebannt um zur Schlafhütte zurückzukehren und die Kamera zu holen. Das wäre ihr auch möglicherweise nicht gut bekommen, denn aus "ich geh nur mal kurz mit den Füßen ins Wasser" machte eine freundliche Pazifikwelle nahezu eine Ganzkörperdusche.
So müsst ihr euch jetzt mit ein paar Fotos vom nächsten Tag begnügen:
Der Strand. Merke: Pazifik ist nicht gleich Mittelmeer. Die Wellen sind zwar schön anzusehen, aber dank ihnen und der starken Strömungen ist schwimmen an diesem Strand verboten. |
Schildkröten in Sicht! |
Ich fand es beeindruckend die riesigen Schildkröten (ca. 1-1,5m Länge) tatsächlich von ganz Nahem an Land sehen zu können. Ganz langsam kommen sie voran, sich immer wieder mit den Flossen nach vorne ziehend und buddeln schließlich ebenfalls recht gemächlich ein Loch, in das sie ihre Eier legen (um die 100 Stück) und das sie schließlich wieder verschließen. Fotos habe ich blöderweise wieder nicht gemacht, doch es hilft das Internet:
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Seltsam allerdings, dass diese Schildkröte tagsüber unterwegs ist. Die Spuren die sie hinterlässt sehen übrigens aus wie Reifenspuren! |
Äußerst gemächlich verging der Tag, "stressig" wurde erst die Nachtschicht: An diesem Abend wollten wir helfen Nester für die gefundenen Eier zu buddeln. Etwa 20 wurden es im Laufe von etwa 3 Stunden die wir gruben, unten verbreiterten, behutsam die Eier hineinlegten und sie anschließend mit der gleichen nassen Erde zudeckten und markierten. Wenn die Eier vor dem Eingraben nicht zu sehr ausgekühlt sind, schlüpfen 45 Tage später kleine Schildkrötenbabies. Entsprechend werde ich etwa am 31.08. Schildkröten-Adotptivmama.. oder so ähnlich.
Schildkröteneier bereit zum Verbuddeln |
Den nächsten Tag, der gleichzeitig unser letzter war, wollten wir nutzen nach Maruata zu fahren, wo es einen noch schöneren Strand zum Baden geben sollte. Erstes Problem: Dort hinkommen! Dafür heißt es an die menschenleere Straße stellen und auf einen Bus warten. Wir warteten über eine Stunde. Soviel zum Thema touristisch unerschlossen:
Alle Strapazen waren jedoch bei diesem Anblick vergessen:
Und hatte man einmal die Stelle überwunden an dem die Wellen recht unrücksichtsvoll brechen, konnte man sich gemütlich im Wasser treiben lassen.
Zum Abschluss ein leckeres Essen:
... und dann ganz schnell ins Camp, denn wir hatten tatsächlich einen Busfahrplan gefunden, laut dem wir genau eine Stunde hatten zwischen Ankunft im Camp und nächster Abfahrt des Busses. Eine Stunde, in der wir packen, duschen und uns verabschieden wollten.
Da wir aber dennoch nicht sicher waren wie zuverlässig dieser Busplan war, versuchten wir uns ebenfalls als Anhalter. Und siehe da, letztendlich fuhren wir gute zwei Stunden auf einer Ladefläche zwischen Kokosnüssen nach Tecomán um dort einen Bus nach Morelia zu nehmen:
Dies war wieder einer dieser Mexiko-Momente, etwas was dir in Deutschland nicht passiert, einer dieser Momente in denen ich Mexiko liebe (noch mehr als sonst sowieso) und was vielleicht niemand nachvollziehen kann, der nicht selbst schon einmal eine Zeit lang hier war. Gekrönt wurde das ganze dann von Gurke mit Salz, Limette und Chili vom Straßenstand und hier nochmal die Frage: Wann erlebst du diese Situation jemals wieder? Und ja haltet mich für verrückt aber wir konnten nicht anders als glücklich sein mit Wind und Haaren im Gesicht, eine Tüte frische Gurke teilend und die Regenzeit-grüne Landschaft bewundernd...