Jeder der gerne die Illusion bewahren möchte, dass hier immer alles wunderbar läuft und ich den ganzen Tag lachend durch die Gegend hüpfe, sollte diesen Eintrag überspringen. Wer die Wahrheit verträgt ist herzlich eingeladen weiterzulesen. Alle diese "Mini-Krisen" hatte ich am letzten Wochenende, das entsprechend sch**** war. Ab dann ging aber stetig bergauf, ich bin mittlerweile wieder bester Laune und ich hoffe man merkt meinem Schreibstil an, dass ich diese Mini-Krisen im Nachhinein versuche mit Humor zu nehmen ;)
Mini-Krise Nummer 1:
Machen wir doch ein Ratespiel daraus. Was ist wohl passiert wenn ich an einem Tag folgende Wörter gelernt habe:
morder = beißen
hincharse = anschwellen
inflamar = entzünden
seguro de enfermedad = Krankenversicherung
vacuno = Impfung
rabia = Tollwut
tétano = Tetanus
Ein kleiner Tipp, die folgenden Wörter kannte ich schon.
perro = Hund
miedo = Angst
Ja richtig, mich hat dieser verdammte Hund gebissen! Dabei waren die sonst immer total lieb, sodass ich keine Angst hatte. Ich bin auch nicht zum ersten Mal alleine nach Hause gegangen, aber dieses eine Mal, letzte Woche Freitag war es dann etwas anders. Da kamen mir nämlich alle Hunde entegegen, jedoch schwanzwedelnd, sodass ich mir zwar schon Gedanken machte, wie ich die wieder loswerden würde, aber niemals damit rechnete, dass einer von ihnen sich einfach mein Bein, knapp über dem Knie, schnappen würde. Zum Glück hatte ich doch recht robuste Jeans an und der Hund kann nicht mit aller Kraft zugebissen haben. Trotzdem bekam ich die Panik meines Lebens und kletterte über eine etwas mehr als hüfthohe Mauer um mich in Sicherheit zu bringen. Hüfthoch ist jedoch auch eine überwindbare Höhe für einen großen Hund, sodass ich diese zitternd und schluchzend im Auge behielt, während ich panisch versuchte, meine Gastgeschwister auf ihren Handys zu erreichen. Der Gastbruder kam schließlich auch zu meiner Rettung. In der Zwischenzeit hatten die Hunde allerdings die Mauer schon längst überquert und sich zum Glück dadurch wieder ablenken lassen, dass ich ihnen mein Mäppchen in entgegengesetzte Richtung zuwarf und sie somit von mir weglenkte. Die Panik hielt jedoch an. Was wenn sich das entzündet? Gegen Tetanus und Tollwut bin ich glücklicherweise geimpft. Trotzdem bestand ich darauf, zum Arzt zu gehen. Die "Praxis" kam mir zunächst jedoch sehr suspekt vor, denn es handelte sich eigentlich um eine Apotheke mit einem Hintertürchen an dem etwas von medizinischer Beratung stand. Die Ärztin erschien mir jedoch kompetent und fragte (wie meinerseits von ihr erwartet) ob die Hunde geimpft seien und nach meinem Tetanus-Impfschutz. Schließlich verschrieb sie mir zwei Salben, zwei Sorten Tabletten und eine Seife, die allesamt eine Entzündung verhindern sollen und dies anscheinend auch tun. Der Spaß kostete übrigens nicht einmal 10€. Das Bein tat nur am ersten Tag weh und ist mittlerweile wieder voll belastungsfähig. Allerdings zieren es sechs kleine rote Zahneindrücke, umgeben von beeindruckenden blauen Flecken. Meine Lieblingsjeans ist glücklicherweise heil geblieben. Der Hund ist seitdem übrigens wieder so freundlich wie je zuvor zu mir. Trotzdem werde ich nicht mehr alleine nach Hause gehen. Das habe ich jetzt gelernt!
Mini-Krise Nummer 2:
Ein weiteres Problem trat mir nicht in Form eines Hundes sondern in Form eines großen kultur-bedingten Unterschiedes im Verständnis von Höflichkeit gegenüber. Während in Deutschland der allgemein als am höflichsten anerkannte Weg mit kleineren Unstimmigkeiten umzugehen ist, die Person freundlich aber direkt darauf hinzuweisen, damit diese weiß woran sie ist und entsprechend handeln kann, gilt diese Direktheit hier als unhöflich. Bedenken werden nur indirekt, auch nonverbal, mitgeteilt, eine Sprache die ich nicht gewohnt bin und entsprechend kaum lesen kann. Entsprechend überrumpelte es mich, als Nicole mir erzählte, meine Gastschwester habe ihrer erzählt, dass ich zwar dauernd fragen würde ob ich helfen kann, im Endeffekt aber kaum etwas tun würde. Das stimmt, ich habe wirklich oft gefragt, auch mehrmals, aber fast nie wurde meine Hilfe angenommen oder mir gezeigt, was und vor allem wie ich helfen kann. Gut, jetzt weiß ich auch, dass ich vielleicht einfach mehr von selbst tun sollte. Ganz selbstverständlich und ohne viele Fragen. Letztendlich hat mich die indirekte Nachricht: "Beweg endlich mal deinen Arsch" ja doch erreicht...
Mini-Krise Nummer 3:
Da gab es diesen einen Abend, oder sollte ich sagen Nacht, an dem ich mich einfach unglaublich einsam gefühlt habe, und gemerkt habe wie mir zwar nicht individuelle Freunde oder Familienmitglieder fehlen, aber einfach das allgemeine Gefühl unter Menschen zu sein, die man in und auswendig kennt und denen man blind vertraut.
Meine Gastschwester hatte mich auf eine Feier im Nachbarort mitgenommen (siehe Beitrag "Drei Tage - Drei Gründe zu feiern") und dort immer mal wieder alleine, bzw bei ihren Freunden, die ich jedoch an dem Tag erst kennengelernt hatte, gelassen. Das wäre ja an sich kein Problem gewesen, nur eine Menge von sich anhäufenden Umständen, führten eben dazu, dass ich einfach nur noch nachhause in mein Bett, oder noch besser mal kurz nach Deutschland wollte. Zum einen war Sonntag und ich wollte eigentlich nicht allzu spät ins Bett - war wohl nichts. Zweitens war ein Großteil der Menschen um mich herum angetrunken oder sogar völlig betrunken, sodass ich sie einfach unmöglich einschätzen konnte und mich allgemein unsicher fühlte. Drittens, habe ich die einfach andauernd nicht verstanden - verdammte Sprachbarriere! Und viertens, hat mich so ein Typ andauernd etwas aufdringlich angequatscht - Nein, ich will dir nicht meine Handynummer geben!!!
Naja so ist das wohl am Anfang hin und wieder. Und solange ich gute Laune habe (so wie jetzt) ist es auch gar nicht schlimm weit weg von Zuhause zu sein... Also wünscht mir gute Laune! ;)
Samstag, 29. September 2012
Montag, 24. September 2012
Wie läufts denn mittlerweile in der Schule?
Ja, das haben mich meine Eltern beim Skypen gefragt und das berechtigt, schließlich habe ich seit meiner misslungenen ersten Stunde nicht mehr berichtet.
Das liegt zum einen daran, dass ich auch seitdem kaum Unterricht gegeben habe. Ich habe allgemein derzeit nur sieben Stunden in der Woche und dann kamen unzählige Gründe zusammen, dass auch davon noch einige ausfielen. Da war zum einen das verlängerte Wochenende in Morelia, dann eine Begrüßungsveranstaltung der Schule für die neuen Schüler, ein "desfile" zum Dia del Paz sowie am Tag zuvor eine Probe dazu.
Trotzdem habe ich natürlich mittlerweile mehrere Stunden gegeben, bin aber immernoch nur mäßig überzeugt von meinem Unterrichtskonzept. Die Schüler sind teilweise schwer zu motivieren und selten alle gleichzeitig leise zu kriegen. Der Anspruch, englische Konversation zu unterrichten, scheitert am nicht vorhandenen Grundvokabular, sodass ich versuchen wollte, jeweils Themen wie Familie/Uhrzeit/Wegbeschreibung zum Inhalt einer Stunde werden zu lassen, sodass sich die Konversation zwangsweise auf dazu vorgegebene Sätze und deren Variationen beschränkt. Heute hatte ich allerdings eine Klasse mit etwa 55 Schülern, die unmöglich gleichzeitig ruhig zu bekommen waren und die ich auch in einer Stunde unmöglich alle zu Wort kommen lassen konnte, wie eigentlich mein Anspruch in einem mit ´"English conversation" betitelten Fach war. Auch mein Versuch durchgehend einfachstes Englisch zu sprechen, scheiterte schon bei der Erklärung dessen, die allgemein unverstanden blieb.
Zum Thema "Cultura Internacional" habe ich erst eine Stunde gegeben und meiner Meinung nach zu viel improvisiert, da ich der Meinung war zum Thema Deutschland würde mir schon genug einfallen. Mich rettete die Probe zum desfile, denn diese verkürzte die Stunde auf 20 Minuten, die ich gut füllen konnte. So redete ich über die deutsche Sprache, das Oktoberfest, Fußball, Angela Merkel, unseren weit unspektakuläreren Nationalfeiertag und die Mauer. Die Schüler waren zum Teil sehr interessiert, zum andern Teil auch weniger, dabei aber im Gegensatz zum Englischunterricht wenigstens leise. Allgemein wollen Nicole und ich den Unterricht so aufbauen, dass wir jede Stunde über ein anderes europäisches Land reden, und diese sowohl mit interessanten Trivialinfos als aber auch mit relevanten geschichtlichen Daten darstellen. Allerdings habe ich etwas Sorge, dass die Darstellung etwas zu Klischeehaft wird, schließlich habe ich die Länder nur als Touristin oder einfach noch gar nicht gesehen. Wie sich das entwickelt wird sich zeigen.
Das liegt zum einen daran, dass ich auch seitdem kaum Unterricht gegeben habe. Ich habe allgemein derzeit nur sieben Stunden in der Woche und dann kamen unzählige Gründe zusammen, dass auch davon noch einige ausfielen. Da war zum einen das verlängerte Wochenende in Morelia, dann eine Begrüßungsveranstaltung der Schule für die neuen Schüler, ein "desfile" zum Dia del Paz sowie am Tag zuvor eine Probe dazu.
Trotzdem habe ich natürlich mittlerweile mehrere Stunden gegeben, bin aber immernoch nur mäßig überzeugt von meinem Unterrichtskonzept. Die Schüler sind teilweise schwer zu motivieren und selten alle gleichzeitig leise zu kriegen. Der Anspruch, englische Konversation zu unterrichten, scheitert am nicht vorhandenen Grundvokabular, sodass ich versuchen wollte, jeweils Themen wie Familie/Uhrzeit/Wegbeschreibung zum Inhalt einer Stunde werden zu lassen, sodass sich die Konversation zwangsweise auf dazu vorgegebene Sätze und deren Variationen beschränkt. Heute hatte ich allerdings eine Klasse mit etwa 55 Schülern, die unmöglich gleichzeitig ruhig zu bekommen waren und die ich auch in einer Stunde unmöglich alle zu Wort kommen lassen konnte, wie eigentlich mein Anspruch in einem mit ´"English conversation" betitelten Fach war. Auch mein Versuch durchgehend einfachstes Englisch zu sprechen, scheiterte schon bei der Erklärung dessen, die allgemein unverstanden blieb.
Zum Thema "Cultura Internacional" habe ich erst eine Stunde gegeben und meiner Meinung nach zu viel improvisiert, da ich der Meinung war zum Thema Deutschland würde mir schon genug einfallen. Mich rettete die Probe zum desfile, denn diese verkürzte die Stunde auf 20 Minuten, die ich gut füllen konnte. So redete ich über die deutsche Sprache, das Oktoberfest, Fußball, Angela Merkel, unseren weit unspektakuläreren Nationalfeiertag und die Mauer. Die Schüler waren zum Teil sehr interessiert, zum andern Teil auch weniger, dabei aber im Gegensatz zum Englischunterricht wenigstens leise. Allgemein wollen Nicole und ich den Unterricht so aufbauen, dass wir jede Stunde über ein anderes europäisches Land reden, und diese sowohl mit interessanten Trivialinfos als aber auch mit relevanten geschichtlichen Daten darstellen. Allerdings habe ich etwas Sorge, dass die Darstellung etwas zu Klischeehaft wird, schließlich habe ich die Länder nur als Touristin oder einfach noch gar nicht gesehen. Wie sich das entwickelt wird sich zeigen.
Drei Tage - Drei Gründe zu Feiern
Tag 1 - Freitag - Día del Paz (Tag des Friedens)
Gestern fand in einem nahegelegenen Dorf eine Feier zu Ehren der "Santa Muerte" also des heiligen Todes statt. Wie bereits erwähnt, haben Heilige im mexikanischen Katholizismus einen ganz anderen Stellenwert. Diese Heilige ist jedoch eine der skurilsten, denn sie wird als ein einen Mantel gehülltes Skelett dargestellt. Daher kritisiert die katholische Kirche, wie ich auf http://www.mexiko-lexikon.de recherchierte, ihre Verehrung anscheinend auch als Teufelskult.
Trotzdem war das Fest durchaus sehenswert, denn neben unzähligen Ständen die Essen und Trinken verkauften wurde zu traditionaller mexikanischer Musik getanzt. Davor konnte leider nicht einmal ich mich drücken. Allerdings komme ich mit der hier gegenwärtigen Trinkkultur noch nicht ganz zurecht. Während ich mich mit dem Alkoholkonsum deutlich zurückhielt, schließlich war am nächsten Tag Schule und ich war auf andere angewiesen um nach Hause zu kommen, kam dies für einen großen Anteil der Feiernden nicht in Frage. So verweigerte ich dann doch dem einen oder anderen aus glasigen Augen starrenden Mexikaner einen Tanz.
Anlässlich des Día del Paz gab es hier im Dorf ein "desfile" also eine Art Parade. Dazu zogen die Schüler vorherrschend in weiß gekleidet und mit zum Frieden aufrufenden Postern durch die Straßen unseres Dorfes. Angeführt wurden sie dabei von der "Banda der Guerra" also eigentlich wörtlich genommen einer Kriegs-Band, die aber trotzdem auf einem Friedensmarsch spielen darf. Im wesentlichen handelt es sich dabei aber um eine Gruppe von Schülern, die "tambor" (Trommel) und "corneta" (eine Art Horn, jedoch ohne Ventile) spielen, und jedes "desfile" begleiten. Solche gibt es hier regelmäßig, allein in meiner Anwesenheit ist es, nach den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag, schon das zweite und für Freitag ist ein weiteres Angekündigt. Auf die Parade folgten einige kurze Reden auf dem Schulhof, die ich hier jedoch mangels spanischen Hörverstehens nicht widergeben kann.
Tag 2 - Samstag - Hochzeit und Taufe
Für Samstagabend wurde mir eine Fiesta angekündigt, auf der ich endlich lernen sollte zu tanzen, da ich mich auf die Frage ob ich gerne tanzen würde immer mit einem "Yo no sé bailar" (Ich kann nicht tanzen) herausgeredet hatte. Mir gegenüber wurde von einer Hochzeit geredet, Nicole wurde von einer Taufe erzählt. Im Endeffekt war es beides, standesamtliche Hochzeit und Taufe, in einem. (Wobei das getaufte Kind soweit ich weiß nicht das Kind des frisch vermählten Ehepaars war.) Die Braut war übrigens erst 19, was sogar für hier noch jung ist. Wenn ich mir das vorstelle... ich werde in drei Wochen auch 19...
Da meine Familie spontan beschlossen hatte doch nicht zur Feier zu gehen (der Vater hatte Kopfschmerzen und der ganze Alkohol, der hier auf den Feiern fließt würde das nur schlimmer machen), kam ich eigentlich nur zufällig doch noch zur Fiesta, da ich Nicole und ihre Gastschwester Gabi traf, die auf dem Weg dorthin waren. Entsprechend musste ich auch früh wieder gehen, um mit meiner Gastschwester nach Hause zu kommen. Das war dann wohl nichts mit Tanzen lernen!
Trotzdem hat mich das Fest sehr beeindruckt. Zum einen weil anscheinend einfach das ganze Dorf kommen oder nicht kommen konnte wie es wollte. Wer da in welcher Beziehung zum Brautpaar oder zum Täufling stand, schien eher unbedeutend zu sein. Zweitens war die Fiesta natürlich draußen unter einem Zelt. Das bietet sich bei dem Wetter hier natürlich besser an als in Deutschland. Drittens, wurden auf der Feier Snacks wie Chips und ähnliches (natürlich mir Chilisauce) verkauft, während das eigentlich Essen und die Getränke, wie von zuhause gewohnt, kostenlos bereitstanden. Viertens wurde vom Essen anscheinend nur die Suppe wirklich gegessen. Das folgende Hühnchen mit Mole (einer Soße die hier in der Region sowohl mit Chili als auch mit Schokolade zubereitet wird, aber auch in tausend anderen Variationen existiert) wurde von den meisten eingepackt und mit nach Hause genommen. Fünftens wird hier nicht wie ein Deutschland etwas Wein oder Bier getrunken und das in Maßen, sondern Bier und Tequila in Massen, teilweise mit dem offensichtlichen Ziel eines Totalabsturzes. An dem Tag fand ich das eigentlich noch ganz lustig aber nach einem Gespräch mit einem 7-Jährigen Mädchen heute (siehe hoffentlich bald folgender Blogeintrag), sehe ich diese Alkoholgeschichte etwas kritischer. Eine Tradition fand ich aber am Interessantesten: Frauen mit einem Teller voller Hühnchen mit Mole tanzen langsam und gemächlich um das Hochzeitspaar bzw. die Eltern des Täuflings herum, die mit Tuch und Tequilaflasche "bewaffnet" wild umhertanzen und scheinbar eine Art Stierkampf imitieren, vielleicht habe ich das aber auch nur hineininterpretiert.
Tag 3 - Sonntag - Fiesta für die "Santa Muerte"
Gestern fand in einem nahegelegenen Dorf eine Feier zu Ehren der "Santa Muerte" also des heiligen Todes statt. Wie bereits erwähnt, haben Heilige im mexikanischen Katholizismus einen ganz anderen Stellenwert. Diese Heilige ist jedoch eine der skurilsten, denn sie wird als ein einen Mantel gehülltes Skelett dargestellt. Daher kritisiert die katholische Kirche, wie ich auf http://www.mexiko-lexikon.de recherchierte, ihre Verehrung anscheinend auch als Teufelskult.
Trotzdem war das Fest durchaus sehenswert, denn neben unzähligen Ständen die Essen und Trinken verkauften wurde zu traditionaller mexikanischer Musik getanzt. Davor konnte leider nicht einmal ich mich drücken. Allerdings komme ich mit der hier gegenwärtigen Trinkkultur noch nicht ganz zurecht. Während ich mich mit dem Alkoholkonsum deutlich zurückhielt, schließlich war am nächsten Tag Schule und ich war auf andere angewiesen um nach Hause zu kommen, kam dies für einen großen Anteil der Feiernden nicht in Frage. So verweigerte ich dann doch dem einen oder anderen aus glasigen Augen starrenden Mexikaner einen Tanz.
Eine Führung durch mein neues Zuhause
So ihr Lieben, ich sitze hier gerade und esse Churros:
Diese hier kann man sich vorstellen wie Salzstangen, nur eben nicht mit Salz sondern mit Chilisauce!
Aber für euch stehe ich jetzt mal auf und führe euch durch mein neues Zuhause. Fangen wir am Eingangstor an. Dies ist der Blick auf den Innenhof:
Jedes Haus, das ich hier bisher gesehen habe, hat einen Innenhof. Er ist quasi der Mittelpunkt des Geschehens. Dort wird die Wäsche aufgehängt, Geschirr gespült und vieles mehr.
Wenn man jetzt ganz rechts geht, kommt man in die Küche:
Die werde ich dann wohl gerade mal abhängen gehen. Außerdem hat man von dort oben einen wunderbaren Ausblick. Sowohl auf den Lago Pátzcuaro und die Insel Janitzio:
Als auch auf den Rest des Hauses:
Er ist einer von insgesamt fünf Hunden, sie hier wohnen.
So jetzt ist das Bad an der Reihe. Das hat drei Wände zum Innenhof und keine verschließbaren Fenster (nur undichter Sichtschutz), weshalb ich befürchte, dass es hier im Winter (ja sowas gibt es auch hier, wenn auch nicht so kalt wie bei uns) arschkalt wird.
Aber lasst uns erstmal reinschauen:
Das ist meine Dusche. Was der Eimer da macht? Na das ist die Dusche. Seht her:
Und das ist der Rest des Bades:
Auch noch interessant ist das Fernsehzimmer:
Viel besser gefällt mir da das Esszimmer:
Das Buch ("Daughter of Smoke and Bone" von Liani Taylor) kann ich übrigens nur empfehlen. Eine Geschichte, die selbst für eine Fantasy-Geschichte noch sehr fantasievoll ist und bei der man erst nach 200 Seiten bemerkt, dass sich dahinter eine wunderschöne Liebesgeschichte verbirgt, die ohne Kitsch a là Twighlight auskommt.
So ich glaube das wars, ich bleib dann wohl hier liegen und ruh mich aus. Was? Ihr wollt noch mehr sehen? Das ganze Dorf? Na gut, die Churros sind sowieso leer:
Das ist mein Schulweg. Zuerst der Blick richtung Zuhause (das blaue Haus dort oben):
Dort bekommt man Getränke und Süßigkeiten und kann Videospiele spielen. Das interessiert mich jetzt nicht besonders, aber die kleinen Jungs hier scheinen gerne Ballerspiele zu spielen, die für ihr Alter eher zweifelhaft geeignet sind.
Außerdem gibt es natürlich eine Tortilleria die anscheinend einzig und auschließlich Tortillas verkauft:
Ach und außerdem habe ich heute gemerkt wie nah wir am Lago Pátzcuaro sind. Wir sind nämlich nur etwa 15 Minuten dorthin gelaufen. Hier der Beweis, dass ich wirklich dort war:
Donnerstag, 20. September 2012
Ein unfreiwillig langes Wochenende braucht einen unfreiwillig langen Blogeintrag!
Teil 1: Immer diese Behörden!
Wie bitte kann ein Wochenende unfreiwillig lang sein? Hat man nicht immer zwei Tage Wochenende? Und kann ein Wochenende jemals zu lang sein? Ja das funktioniert und zwar folgendermaßen: Dieses Wochenende feierte Mexiko seinen Unabhängigkeitstag. Immer wenn dieser auf ein Wochenende fällt gibt es dafür montags frei. (Super Regelung finde ich, das sollte man hier auch mal einführen.) Da wir Freiwilligen alle nur temporäre Visa haben, mussten wir jedoch alle noch einmal nach Morelia zur Immigrationsbehörde um unsere richtigen Visa zu erhalten und machten dafür entsprechend diesen Dienstag aus. Wie viele weitere Freiwillige beschloss ich schon Samstag anzureisen, um die Feiern zum Unabhängigkeitstag mitzuerleben, die beschauliche Ruhe meines Dörfchens noch einmal gegen das Großstadtleben einzutauschen und mich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen. Planmäßig hatte das Wochenende für mich also vier Tage.
Doch jetzt gilt es mal ein Vorurteil gegen Deutschland zu widerlegen, beziehungsweise zumindest dessen Ausnahmestatus anzuzweifeln. Die deutsche Bürokratie wird allgemein gefürchtet, doch die mexikanische steht ihr garantiert in nichts nach. Für die Beantragung eines Visums bzw dessen Verlängerung braucht man folgende Unterlagen:
Teil 2: Ein patriotisches Fest
Am 15. und 16. September, auch fiestas patrias genannt, feiert Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien. Diese ist das Resultat eines von 1810 bis 1821 andauernden Unabhängigkeitskrieges. An besagtem 16. September 1810 rief der Priester Miguel Hidalgo in seiner Gemeinde Dolores zur Rebellion auf. Dieser sogenannte "Grito de Dolores" (Schrei von Dolores) wird jedes Jahr in der Nacht vom 15. auf den 16. September wiederholt. Traditionell angeblich um Punkt 0 Uhr, worauf wir uns einstellten, um schließlich festzustellen, dass er schon um 22:30 stattgefunden hatte und wir ihn verpasst hatten. Was wir allerding nicht verpassten war die Parade am nächsten Tag. Patriotismus und auch eine Spur Militarismus sind in Mexiko sehr verbreitet. (Ich erinnere hier mal an meinen Post "Ankunft in Huecorio": Mit Fahne über den Schulhof marschieren und anschließendes Nationalhymne singen jeden Montag). Die Parade konnte dies jedoch deutlich übertreffen. Zunächst fuhr das Militär kräftig auf und zeigte stolz alles, was es hat:
Endlich mal so richtig typische Mexikaner, oder? Wie man sie sich vorstellt, oder? Um mal mit dem weit verbreiteten Bild eines Mexikaners aufzuräumen: Die Parade mal ausgenommen, habe ich noch niemanden so rumlaufen sehen, auch wenn ein Mexikaner uns erzählte, es gäbe eine Gegend in der tatsächlich schnauzbärtige Männer mit Sombrero herumreiten.
Um sich also an diesem Feiertag so richtig mexikanisch zu zeigen, helfen eher Stände wie diese, die man in Deutschland am 3. Oktober wohl nicht finden wird, wohl aber zur Fußball-WM.
Teil 3: Wie zwei Leben
Na, das klingt dramatisch oder? Was ich damit meine, ist, dass die Zeit die ich im Dorf, also Schule und Gastfamilie verbringe kaum zu vergleichen ist mit der, die ich in bisher in der Stadt, also vor allem mit deutschen Freiwilligen, aber auch ein paar Mexikanern verbracht habe. Ein Grund dafür, ist dass der Unterschied in Mexiko zwischen Stadt und Land, auch bezüglich der Mentalität der Leute, tendenziell größer ist als in Deutschland. Außerdem gibt es in einer Gastfamilie natürlich gewisse Regeln, während es in Morelia niemanden interessiert um wieviel Uhr ich nachhause komme. Auch muss ich zugeben, dass ich mich wahnsinnig gefreut habe, wieder richtige Gespräche führen zu können. Ich fühle ich in meiner Gastfamilie und in der Schule sehr wohl und selbstverständlich wird auch eine Menge geredet, aber einerseits besteht immernoch eine gewisse Sprachbarriere und andererseits ist es mit einer Person, die gerade genau das Gleiche erlebt wie man selbst, deutlich einfacher sehr offen zu reden. Andererseits will ich mich aber auch nicht bei jeder Gelegenheit aus dem Dorf flüchten schließlich ist dieser Schritt in eine neue Umgebung der, den ich gehe wollte und weiterhin gehen will.
Außerdem habe ich die Tage in Morelia auch genutzt, um die Stadt weiterhin zu erkunden. Hier ein paar schöne Plätze, einen Brunnen und eine Kirche, die ich (mit Hilfe meines Reiseführers) gefunden habe:
Wie bitte kann ein Wochenende unfreiwillig lang sein? Hat man nicht immer zwei Tage Wochenende? Und kann ein Wochenende jemals zu lang sein? Ja das funktioniert und zwar folgendermaßen: Dieses Wochenende feierte Mexiko seinen Unabhängigkeitstag. Immer wenn dieser auf ein Wochenende fällt gibt es dafür montags frei. (Super Regelung finde ich, das sollte man hier auch mal einführen.) Da wir Freiwilligen alle nur temporäre Visa haben, mussten wir jedoch alle noch einmal nach Morelia zur Immigrationsbehörde um unsere richtigen Visa zu erhalten und machten dafür entsprechend diesen Dienstag aus. Wie viele weitere Freiwillige beschloss ich schon Samstag anzureisen, um die Feiern zum Unabhängigkeitstag mitzuerleben, die beschauliche Ruhe meines Dörfchens noch einmal gegen das Großstadtleben einzutauschen und mich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen. Planmäßig hatte das Wochenende für mich also vier Tage.
Doch jetzt gilt es mal ein Vorurteil gegen Deutschland zu widerlegen, beziehungsweise zumindest dessen Ausnahmestatus anzuzweifeln. Die deutsche Bürokratie wird allgemein gefürchtet, doch die mexikanische steht ihr garantiert in nichts nach. Für die Beantragung eines Visums bzw dessen Verlängerung braucht man folgende Unterlagen:
- Ein Antragsformular, per Hand auszufüllen. Darin muss tatsächlich die Rasse (weiß, gelb/asiatisch, schwarz oder Mestize), der Körperbau (schlank, mittel, robust) und das Gewicht (haha ja das dachtet ihr jetzt ich schreibs hier hin oder was?!) angegeben werden.
- Ein weiteres Antragsformular, per Internet auszufüllen. Ein einziger Fehler kann nicht einmal mit Bleistift auf dem Ausdruck korrigiert werden und führt daher dazu, dass man erneut ins Internatcafé laufen darf. Als Fehler zählt auch schon die Abkürzung s/n für sin numero, also ohne Hausnummer. Probleme bereitet auch der Buchstabe "ß", da dieser nicht eingegeben werden kann, aber ja leider in manchen Namen so im Pass steht. So musste einer der Freiwilligen der Behörde spontan schriftlich erklären und unterschreiben, dass ein "ß" bedenkenlos durch ein "ss" ersetzt werden kann.
- Einen Ausdruck der Internetseite, von der man die Postleitzahl gezogen hat.
- Passfotos in Mini-Format, zwei frontal und zwei im Profil (aber ohne Gefangenennummer). Wichtig dabei: Haare aus dem Gesicht, keine Ohrringe, und absolut weißer Hintergrund. Klingt einfach, doch die erste Farmacia (ja das wird mit Apotheke übersetzt aber Supermarkt der zufälligerweise auch Medikamente führt passt besser) in der wir Bilder machen versagte leider in 17 von 19 Fällen. Der Hintergrund war den Beamten teilweise zu blau, teilweise zu grau.
- Ein "Recibo de luz/de agua" also eine Strom- oder Wasserrechnung, die in Mexiko als Nachweis für die Adresse gilt. Sowohl Original als auch Kopie.
- Original und Kopie des Reisepasses, inklusive temporärem Visum.
- Ein bei der Einreise, also im Flugzeug ausgefülltes und dann am Flughafen weiter bearbeitetes Formular. Sowohl Original als auch Kopie.
Teil 2: Ein patriotisches Fest
Am 15. und 16. September, auch fiestas patrias genannt, feiert Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien. Diese ist das Resultat eines von 1810 bis 1821 andauernden Unabhängigkeitskrieges. An besagtem 16. September 1810 rief der Priester Miguel Hidalgo in seiner Gemeinde Dolores zur Rebellion auf. Dieser sogenannte "Grito de Dolores" (Schrei von Dolores) wird jedes Jahr in der Nacht vom 15. auf den 16. September wiederholt. Traditionell angeblich um Punkt 0 Uhr, worauf wir uns einstellten, um schließlich festzustellen, dass er schon um 22:30 stattgefunden hatte und wir ihn verpasst hatten. Was wir allerding nicht verpassten war die Parade am nächsten Tag. Patriotismus und auch eine Spur Militarismus sind in Mexiko sehr verbreitet. (Ich erinnere hier mal an meinen Post "Ankunft in Huecorio": Mit Fahne über den Schulhof marschieren und anschließendes Nationalhymne singen jeden Montag). Die Parade konnte dies jedoch deutlich übertreffen. Zunächst fuhr das Militär kräftig auf und zeigte stolz alles, was es hat:
Außerdem folgten Schulen, Universitäten, die Feuerwehr und die Polizei. Ich fand das zwar interessant mitzuerleben, trotzdem ziehe ich immer automatisch den Vergleich mit Deutschland. Na, was wären wir wenn wir stolz und schwer bewaffnet durch die Straße marschieren würden? Nazis. Deshalb habe ich einfach eine gewisse Abneigung gegenüber solchen Veranstaltungen, auch wenn Mexiko natürlich einen anderen historischen Hintergrund hat und Patriotismus keine Ablehnung anderer Völker einschließen muss (und hier meiner Einschätzung nach auch nicht tut).
Mit von der Partie waren übrigens auch diese Herren hier:
Endlich mal so richtig typische Mexikaner, oder? Wie man sie sich vorstellt, oder? Um mal mit dem weit verbreiteten Bild eines Mexikaners aufzuräumen: Die Parade mal ausgenommen, habe ich noch niemanden so rumlaufen sehen, auch wenn ein Mexikaner uns erzählte, es gäbe eine Gegend in der tatsächlich schnauzbärtige Männer mit Sombrero herumreiten.
Um sich also an diesem Feiertag so richtig mexikanisch zu zeigen, helfen eher Stände wie diese, die man in Deutschland am 3. Oktober wohl nicht finden wird, wohl aber zur Fußball-WM.
Außerdem habe ich die Tage in Morelia auch genutzt, um die Stadt weiterhin zu erkunden. Hier ein paar schöne Plätze, einen Brunnen und eine Kirche, die ich (mit Hilfe meines Reiseführers) gefunden habe:
Donnerstag, 13. September 2012
Ahorita comemos Tortillas
"Ahorita" ist eigentlich nur eine Verniedlichung von "ahora" was "jetzt" bedeutet. Aber dieses kleine "-ita" macht, dass aus "jetzt" alles mögliche wird... außer jetzt! Es kann heißen in 2 Minuten, oder aber 10, eine Stunde, vielleicht auch 3, ein Jahr oder mehr. So einiges wird hier "ahorita" erledigt, was erst einmal seltsam ist, wenn man aus einem Land kommt in dem Pünktlichkeit als große Tugend gilt. Andererseits, ich habe es auch in Deutschland nie so genau genommen mit der Pünktlichkeit...
Und Tortillas, die sind hier, so scheint es mir, nicht nur ein Lebensmittel sondern DAS Lebensmittel. Ich glaube ich habe noch keinen Tag keinen einzigen dieser Maismehlfladen gegessen. Dabei werden sie nicht unbedingt gefüllt wie man es möglicherweise in unseren (Deutsch-)Mexikanischen Restaurants kennt, sondern meistens einfach zu jedem warmen Essen (und hier wird sogar zum Frühstück warm gegessen) dazu gegessen. Hm, ja, macht man hier ja teilweise auch mit Brot, könnte man jetzt denken. Aber ich sage euch, so eine Tortilla ist viel flexibler als eine Scheibe Brot. Sie dient gleichzeitig als Serviette, um sich damit Soßereste von den Fingern zu wischen und danach einfach mitzuessen und auch, neben dem Löffel, als zweites Besteckstück, mit dem man ein Hähnchenbein festhält um mit dem Löffel das Fleisch abzutrennen, oder mit dem man die letzten Speisereste auf dem Teller auf den Löffel schiebt. Dabei möchte ich mir hier keineswegs über die Tortilla lustig machen, denn ich habe sie längst zu schätzen gelernt. Schließlich hilft sie ebenfalls ganz gut gegen im Mund brennendes Chili.
Und Tortillas, die sind hier, so scheint es mir, nicht nur ein Lebensmittel sondern DAS Lebensmittel. Ich glaube ich habe noch keinen Tag keinen einzigen dieser Maismehlfladen gegessen. Dabei werden sie nicht unbedingt gefüllt wie man es möglicherweise in unseren (Deutsch-)Mexikanischen Restaurants kennt, sondern meistens einfach zu jedem warmen Essen (und hier wird sogar zum Frühstück warm gegessen) dazu gegessen. Hm, ja, macht man hier ja teilweise auch mit Brot, könnte man jetzt denken. Aber ich sage euch, so eine Tortilla ist viel flexibler als eine Scheibe Brot. Sie dient gleichzeitig als Serviette, um sich damit Soßereste von den Fingern zu wischen und danach einfach mitzuessen und auch, neben dem Löffel, als zweites Besteckstück, mit dem man ein Hähnchenbein festhält um mit dem Löffel das Fleisch abzutrennen, oder mit dem man die letzten Speisereste auf dem Teller auf den Löffel schiebt. Dabei möchte ich mir hier keineswegs über die Tortilla lustig machen, denn ich habe sie längst zu schätzen gelernt. Schließlich hilft sie ebenfalls ganz gut gegen im Mund brennendes Chili.
Mittwoch, 12. September 2012
Cola, Sport, Facebook, Füllwörter und die Virgen de Guadalupe
... haben überhaupt keinen Zusammenhang. Ich weiß. Aber wenn ich diesen Post "sonstiges" nenne liest ihn keiner! :D
Deshalb jetzt eine Sammlung von Kleinigkeiten die mir aufgefallen sind, weil sie für mich als Deutsche in Mexiko einfach etwas anders sind als gewohnt.
Zum einen standen hier sowohl bei meiner ersten als auch bei meiner richtigen Gastfamilie fette 2,5Liter (oder waren es nur 2,0??) Colaflaschen auf dem Tisch. Klar das gibt es auch in Deutschland, aber ich hatte ehrlich gesagt gehofft zu dem seeeeeeehr reichhaltigen und auch sehr leckeren Essen immerhin Mineralwasser zu bekommen.
Da hilft nur eins: Sport. Bisher habe ich auch den Eindruck, dass die Schüler hier allgemein mehr Sport machen als Schüler in Deutschland. Auf dem Schulhof wird zu jeder Zeit Volleyball, Basketball und/oder Fußball gespielt und man kann sich vor Einladungen für sofort, nach der Schule oder morgen kaum retten. Will ich ja auch garnicht, denn ich will ja Sport machen und vor allem möchte ich mich integrieren.
Dann zum nächsten Punkt: Facebook. Eine essentielle Frage hier: Tienes face? / Hast du Facebook? Ich hae das Gefühl man wird hier viel schneller geaddet als zuhause in Deutschland. Da ich so viele neue Leute hier kennengelernt habe, kann ich mir leider kaum Namen merken und nehme daher derzeit auch einfach jede Freundschaftsanfrage an. Das Resultat: 100000 Posts, Likes und offene Chatfenster auf meiner Seite. Soweit ich das bisher beurteilen kann, sind Mexikaner nicht nur im realen Leben sondern auch in Facebook offener als Deutsche.
"Es que..." , "entonces..." so fängt mittlerweile jeder meiner Sätze an... Die Wörter jetzt zu übersetzen macht kaum Sinn, es sind eigentlich einfach nur Füllwörter, die ich mir schon ziemlich angewöhnt habe. Ich hoffe das ist ein gutes Zeichen für Fortschritte im Spanischlernen. Trotzdem verzweifelt meine Gastschwester regelmäßig daran mir etwas doppelt und dreifach zu erklären... Disculpe! (Entschuldige)
Und wer zum Teufel ist die Virgen de Guadalupe? Nene mit dem Teufel hat die wenig zu tun, denn sie ist eine Heilige. Der Katholizismus in Mexiko ist mit dem in Deutschland kaum zu vergleichen, was mit der Geschichte des Landes zu erklären ist. Bevor die Spanier Mexiko kolonialisierten und ihre Religion mitbrachten, glaubten die indigenen Völker an eine Vielzahl von Göttern. Einfach gesagt entstand aus zwei aufeinandertreffenden Kulturen (bzw einer die sich der anderen aufzwängte) eine neue Kultur und auch eine neue Form der Religion. So leben die Mexikaner von heute weiterhin eine Art von Polytheismus aus indem sie für verschiedene Anliegen verschiedene Heilige verehren. Die wichtigste Heilige überhaupt ist die Virgen de Guadalupe, deren Abbild in keinem Zimmer, auch nicht in meinem, fehlen darf.
Deshalb jetzt eine Sammlung von Kleinigkeiten die mir aufgefallen sind, weil sie für mich als Deutsche in Mexiko einfach etwas anders sind als gewohnt.
Zum einen standen hier sowohl bei meiner ersten als auch bei meiner richtigen Gastfamilie fette 2,5Liter (oder waren es nur 2,0??) Colaflaschen auf dem Tisch. Klar das gibt es auch in Deutschland, aber ich hatte ehrlich gesagt gehofft zu dem seeeeeeehr reichhaltigen und auch sehr leckeren Essen immerhin Mineralwasser zu bekommen.
Da hilft nur eins: Sport. Bisher habe ich auch den Eindruck, dass die Schüler hier allgemein mehr Sport machen als Schüler in Deutschland. Auf dem Schulhof wird zu jeder Zeit Volleyball, Basketball und/oder Fußball gespielt und man kann sich vor Einladungen für sofort, nach der Schule oder morgen kaum retten. Will ich ja auch garnicht, denn ich will ja Sport machen und vor allem möchte ich mich integrieren.
Dann zum nächsten Punkt: Facebook. Eine essentielle Frage hier: Tienes face? / Hast du Facebook? Ich hae das Gefühl man wird hier viel schneller geaddet als zuhause in Deutschland. Da ich so viele neue Leute hier kennengelernt habe, kann ich mir leider kaum Namen merken und nehme daher derzeit auch einfach jede Freundschaftsanfrage an. Das Resultat: 100000 Posts, Likes und offene Chatfenster auf meiner Seite. Soweit ich das bisher beurteilen kann, sind Mexikaner nicht nur im realen Leben sondern auch in Facebook offener als Deutsche.
"Es que..." , "entonces..." so fängt mittlerweile jeder meiner Sätze an... Die Wörter jetzt zu übersetzen macht kaum Sinn, es sind eigentlich einfach nur Füllwörter, die ich mir schon ziemlich angewöhnt habe. Ich hoffe das ist ein gutes Zeichen für Fortschritte im Spanischlernen. Trotzdem verzweifelt meine Gastschwester regelmäßig daran mir etwas doppelt und dreifach zu erklären... Disculpe! (Entschuldige)
Und wer zum Teufel ist die Virgen de Guadalupe? Nene mit dem Teufel hat die wenig zu tun, denn sie ist eine Heilige. Der Katholizismus in Mexiko ist mit dem in Deutschland kaum zu vergleichen, was mit der Geschichte des Landes zu erklären ist. Bevor die Spanier Mexiko kolonialisierten und ihre Religion mitbrachten, glaubten die indigenen Völker an eine Vielzahl von Göttern. Einfach gesagt entstand aus zwei aufeinandertreffenden Kulturen (bzw einer die sich der anderen aufzwängte) eine neue Kultur und auch eine neue Form der Religion. So leben die Mexikaner von heute weiterhin eine Art von Polytheismus aus indem sie für verschiedene Anliegen verschiedene Heilige verehren. Die wichtigste Heilige überhaupt ist die Virgen de Guadalupe, deren Abbild in keinem Zimmer, auch nicht in meinem, fehlen darf.
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